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Du wachst auf. Wirklich erholt bist du nicht, denn du hast die Nacht auf einem provisorisch errichtetem Bett  aus morschen Brettern und dreckigen Polstern verbracht. Dein Magen knurrt entsetzlich vor Hunger, dir ist kalt und die Wunde an deinem Bein schmerzt tierisch. Du hast Angst und vergewisserst dich als erstes, dass deine Weggefährten noch am Leben sind. In der Ferne hörst du Schüsse und spürst Erschütterungen durch in der Nähe detonierender Bomben. Rausgehen bedeutet sich der Gefahr auszusetzen, getötet zu werden. Du bist kein Soldat und kein Kämpfer, willst diesen Krieg aber um jeden Preis überleben. Du siehst dir deine Begleiter an und dir wird klar, wer heute nichts isst, wird vermutlich die nächste Nacht nicht überleben. Du hörst ein Geräusch, überprüfst es und bemerkst einen abgemagerten Streuner, auf der Suche nach Essen. Was tust du?

Vorwort & Details

Zugegeben, keine besonders nette Einleitung um ein Review zu eröffnen, letzten Endes geht es in This War of Mine aber genau darum. Das Brettspiel ist eine Umsetzung des preisgekrönten Computerspiels und schickt uns in einen fiktiven Krieg in die nicht weniger fiktive Stadt Pogoren. Und zwar nicht als Soldaten, sondern als Zivilisten. Als Werkstattbesitzer, Journalistin, Mathematikprofessor oder Musikstudentin. Als Menschen wie Du und ich, versuchen wir die alltäglichen Gefahren des Krieges zu überstehen und vor allem zu überleben. Die Message des Spiels ist hier ganz klar: „Im Krieg ist nicht jeder Soldat“. Das storygetriebene Survival-Erlebnis für bis zu 6 Spieler von Michał Oracz und Jakub Wiśniewski ist 2017 bei Awaken Realms erschienen. Um das Projekt zu verwirklichen, haben zuvor 9.627 Unterstützer das Spiel mit über 600.000 Pfund über Kickstarter finanziert. Bei uns ist es über Asmodee zu bekommen.

Spielmaterial & Ersteindruck

Spielmaterial von This War of Mine

Als Fan des This War of Mine PC-Spiels, habe ich mit dem Brettspiel mein erste Videospiel-Umsetzung erworben. Da ich zu der Zeit noch keine Spiele über Kickstarter finanziert hatte, leider nicht zum Zeitraum der Kickstarter-Kampagne, sondern im Nachhinein über den regulären Handel. Für rund 50€, die ich für dieses Spiel gezahlt habe, war ich zunächst sehr über die darin enthaltene Menge an Material verblüfft. Insgesamt 200 Karten, 186 Marker für Items und Zustände, weitere 33 Plastikmarker, 12 Minis, ein zweiseitiges Spielbrett sowie weitere Utensilien befinden sich um das Herzstück, dem Skript, das auf Rund 160 Seiten eine immer wieder individuelle Geschichte erzählt.

Karten

Ereigniskarten und Kapitelziele

Ziele & Ereignisse

Eine Kampagne in This War of Mine läuft über 3 Kapitel ab. Dabei befinden sich zwischen den Kapiteln im Stapel eine vorgegebene Anzahl Ereigniskarten, die zu Beginn jeder Runde aufgedeckt werden. Beginnst du eine Kampagne This War of Mine, legst du mit diesen Karten außerdem zum Start Ziele für die jeweiligen Kapitel fest.
Charakterkarten mit Minis und Zubehör

Charakter

Die insgesamt 12 unterschiedlichen Charaktere werden mit ihren Namen und Beruf, Fähigkeiten und Laster, Stärke- und Empathiewert sowie deren Traglast auf den Karten abgebildet. Hast du das PC-Spiel gespielt, wirst du hier einige Gesichter wiedererkennen.

Unterschlupfkarten und Konstruktionen

Unterschlupfkarten

Zum Spielaufbau werden zufällig verschiedene Unterschlupfkarten im Haus auf vorgegebene Felder ausgelegt. Sie stellen Hindernisse oder Fundsachenquellen wie Mobiliar oder Kram dar. Zusätzlich gibt es jeweils 10 Karten für herstellbare Konstruktionen, in grün und orange, die das Überleben auf ihre eigene Art und Weise erleichtern sollen. Die grünen Karten sind gleich zu Beginn zum Bau verfügbar. Die orangenen müssen vorab „erforscht“ werden.

Ortskarten

Orte

18 verschiedene Orte gibt es in This War of Mine zu entdecken und zu plündern. Jede einzelne Karte dabei mit ihren eigenen Gefahren und Vorzügen. Jeder Ort beherbergt unterschiedliche Hindernisse, die bei einem Plünderzug auftreten können, wie einem Gitter oder Schutt. Gleichzeitig aber auch einen besonderen Fund, der beim Plündern erbeutet werden kann.

Karten in der Plünderphase: Erkundung, Fundsachen & Begegnung

Erkundung, Begegnung & Fundsachen

Diese 3 Kartenstapel stellen Situationen während der Plünderung eines Ortes dar. Durch die Erkundungskarten wird die Bewegung durch einen Ort simuliert, während Fundsachen eben Fundsachenquellen darstellen und Begegnungskarten aufgedeckt werden, sobald du beim Plündern zu viel Lärm verursachst oder das Spiel auf andere Weise bestimmt, dass du jetzt auf jemanden triffst.

Karten für nächtliche Überfälle und Besucher

Nächtlicher Überfall & Besucher

So wie unsere Truppe nachts auf Plünderzüge geht, machen das in This War of Mine auch fremde Gruppen. Mit den insgesamt 10 unterschiedlichen Nächtlicher-Überfall-Karten wird bestimmt, auf wessen Raubzugliste unser Unterschlupf diese Nacht steht. Durch Besucherkarten erhält unser Unterschlupf… nun ja, Besuch. Im Gegensatz zu den Überfall-Karten wird dieser jedoch durch eine aktive Aktion ausgelöst und muss nicht zwangsweise schlecht sein. Meist erzählen diese Karten fremde Schicksale oder bieten gewisse Möglichkeiten. Ich versprach ein spoilerfreies Review, daher möchte ich hier gar nicht mehr verraten.

Erzählaktionen und Schicksale

Erzählaktionen & Schicksal

Die Erzählaktions-Karten würde ich mal als „Lichtlein am Horizont“ bezeichnen. Sie sind von den pro Runde automatisch ausgelösten Karten, die einzige Kartengruppe, die garantiert etwas bietet, was uns beim Überleben in diesem Krieg hilft. Sie werden ganz zum Schluss einer Runde gezogen, weshalb sie auch nach einer fatalen Runde etwas Hoffnung für den nächsten Tag bieten können. Daher „Lichtlein“. Schicksalskarten können wiederum oft das Gegenteil bedeuten. Sie werden ebenfalls automatisch am Rundenende ausgelöst und können unter anderem die Laster einiger Charaktere aktivieren. Ein Kaffeetrinker möchte an dieser Stelle beispielsweise Kaffee haben. Gibt es keinen, ist das ungut für ihn.

Farben: Zuletzt gibt es noch einen kleinen Stapel aus 5 Karten, auf denen jeweils die Farben schwarz, grau, rot, grün und blau zu finden sind.

Zustände & Gegenstände

This War of Mine: Statusmarker und Gegenstände

Hunger, Verletzungen, Krankheit, Trauer und Erschöpfung. Diese 5 Faktoren nehmen Einfluss auf unsere Charaktere und werden durch verschiedenfarbige, doppelseitig bedruckte Marker dargestellt. Einen Marker teilen sich dabei jeweils Zustände der Stufe 1 und 2, sowie 3 und 4. Hat ein Charakter Hunger und bekommt nichts zu essen, wird der betroffene Marker demnach einfach umgedreht. Ist der Hunger zuvor auf Stufe zwei, wird er durch den der Stufe 3 und 4 ersetzt. Unsere Charaktere haben grundsätzlich 3 Aktionen, diese werden aber durch die genannten Faktoren beeinflusst. Die noch verfügbaren Aktionen werden durch weiße Punkte auf den Markern dargestellt, bzw. nicht verfügbare Aktionen durch Schwarze.

Alle Gegenstände in This War of Mine sind ebenfalls in Farbkategorien eingeteilt. Während grüne Marker Lebensmittel und Konsumgüter darstellen, stehen gelbe Marker überwiegend für medizinische Güter, rot für Waffen und grau für Handwerksmaterial und Werkzeug. Ausnahme bilden hier Wasser, Bestandteile und Holz. Wasser wird durch hellblaue Dekosteinchen dargestellt, Bestandteile und Holz, für den Bau diverser Dinge, als Plastikmarker.

So wird This War of Mine gespielt

This War of Mine ist ein stroygetriebenes Survival-Abenteuer, das viel mehr erlebt, als gespielt wird. Es geht nicht um Punkte, sondern darum, eine unvergessliche Geschichte zu erzählen. Daher übernehmen die Spieler hier nicht die Rolle eines einzelnen Charakters mit seinen Aktionen, sondern alle entschieden zusammen darüber, was als nächstes passieren wird. Welcher Protagonist was macht, welche Konstruktionen hergestellt werden, wer und wo diese Nacht plündert oder sich doch lieber im Unterschlupf ausruht.

­Jede Entscheidung muss gut abgewogen werden, um ein Überleben zu gewährleisten. Aus spielmechanischer Sicht, spielt es deshalb auch keine Rolle, ob This War of Mine allein, zu zweit oder in einer größeren Gruppe gespielt wird. Eines der faszinierendsten Dinge an diesem Spiel, ist die Tatsache, dass es ohne Regelerklärung auskommt. Es wird einfach gestartet. Alle nötigen Regeln werden im Spielverlauf zu gegebener Zeit mithilfe des Tagebuchs und des Skriptes erklärt. Zugegebenermaßen hat das in unseren ersten Runden mal mehr, mal weniger gut funktioniert.

This War of Mine Tagebuch

Das Tagebuch

Du startest das Spiel, indem du das Tagebuch zur Hand nimmst und einfach anfängst vorzulesen. Das Tagebuch ist Aufbauanleitung, kleines Regelheft, Storyleitfaden sowie Phasen- und Aktionsübersicht in einem. Beginnend mit dem Spielaufbau, beschreibt es einen kompletten Tag-Nacht-Zyklus, der in insgesamt 7 Phasen aufgeteilt ist. Es gilt als Spielbegleiter und soll im Spiel mit mehreren Spielern nach jeder Phase an den nächsten Spieler weitergegeben werden, der dann die nächste Phase vorliest. Ich möchte an dieser Stelle auf jeden Fall dazu raten, das Tagebuch selbst dann zu verwenden, wenn du This War of Mine dann zum x-ten mal spielst. Durch die Menge an Phasen und übermotiviertem Handeln, ist schnell etwas vertauscht oder vergessen.

Spielaufbau

Spielaufbau von This War of Mine

Der Spielaufbau in This War of Mine gestaltet sich trotz der riesigen Menge an Spielmaterial schnell und intuitiv. Das Tagebuch leitet dich Schritt für Schritt hindurch. Alle Karten werden gemischt und landen auf ihrem Feld auf dem Spielbrett. Von den Charakterkarten wählst du zufällig 2 schwarz umrandete Charaktere und einen rot umrandeten aus. Das sind deine 3 Startcharaktere, die jeweils mit einem Hungermarker der Stufe 2 starten. Rote Karten sind dabei Charaktere, die durch ihre berufliche Vergangenheit vermutlich etwas besser auf ein solches Szenario vorbereitet sind als andere. Beispielsweise weiß ein Feuerwehrmann sicher mit einer Axt umzugehen. Eine Grundschulrektorin eher weniger. Dann wird noch der Ereignisstapel vorbereitet, Unterschlupfkarten ausgelegt und das Überleben kann losgehen.

Rundenablauf

Wie oben schon erwähnt, stellt eine Runde in This War of Mine einen kompletten Tag dar. Vom Morgen, bis zum nächsten Sonnenaufgang, in insgesamt 7 Phasen:

This War of Mine Kapitelkarte

Morgen

Am Morgen wird die erste Ereigniskarte vom Stapel aufgedeckt und abgehandelt. In der ersten Runde, wird es die „Kapitel I“-Karte sein, die dich in das Szenario einleitet und ein Kapitelziel festlegt. Bis zur nächsten Kapitelkarte folgen hier pro Runde insgesamt 3 zufällige Ereignisse, die die aktuelle Situation im Spiel auf verschiedene Arten beeinflussen. An dieser Stelle wird auch bestimmt, ob und wie stark, die krankheitsverursachende Kälte steigt.

This War of Mine Charakter: Emilia

Tagesaktionen

In dieser Phase führen die Charaktere ihre bis zu 3 Aktionen durch. Ein Charakter darf dabei nur so viele Aktionen durchführen, wie die Mindestzahl der weißen Punkte auf allen Statusmarkern angibt. Beispiel: Könnte ein Charakter durch Hunger noch 2 Aktionen ausführen, hat aber 2 schwarze Punkte durch einen Verletzungsmarker, darf er nur eine Aktion durchführen. Logisch, denn ein bisschen Hunger hindert dich vermutlich nicht daran tagsüber groß rumzuwerkeln, wenn dein Überleben davon abhängt, eine schwere Verletzung hingegen schon. Mögliche Aktionen können z.B. sein: Eine Konstruktion bauen oder nutzen, z.b. ein Bett oder Heizgerät, Unterschlupfkarten abhandeln oder eine Besucherkarte auslösen. Grüne Konstruktionskarten können dabei sofort gebaut werden, insofern die Materialien vorhanden sind. Für orangene Konstruktionen muss vorher erst jemand die Idee gehabt haben, was ebenfalls eine Aktion im Unterschlupf darstellt.

Lebensmittel im Lager

Sonnenuntergang

Zum Sonnenuntergang benötigt jeder Charakter etwas zu trinken und Essen. Gibt es kein Wasser, wird ausgewürfelt ob der Hunger oder die Traurigkeit des betroffenen Charakters steigt, während der Hunger sicher steigt, wenn ein Charakter nichts isst.

This War of Mine: Wachestehender Charakter

Abend

Der Abend ist einerseits eine Vorbereitung auf die nächsten zwei Phasen, andererseits wird hier entschieden, ob Jemandem etwas Ruhe gegönnt werden kann bzw. muss. Bis zu 3 Charaktere können hier zum Plündern geschickt werden während beliebig viele Charaktere zum Wachestehen im Unterschlupf eingeteilt werden. Zusätzlich können Charaktere im Bett oder auf dem Boden schlafen. Die Erschöpfung derer Charaktere, die nicht schlafen, steigt dabei.

Plünderphase
This War of Mine Karten: Erkundung, Begegnung und Fundsachen

Plündern

In der Plünderphase begeben sich die Charaktere, die zuvor in der Abendphase für einen Plünderzug ausgewählt worden sind, zu einem der 3 offen ausliegenden Orte. Orte die in der Reihenfolge ganz unten liegen, sind dem Unterschlupf am nächsten, obere hingegen weiter entfernt. Das wirkt sich auf die Menge der verfügbaren Erkundungskarten aus, die im Plünderzug gezogen werden können. Ich finde die Umsetzung ziemlich gelungen. Denn ist ein Ort weiter entfernt, brauchen unsere Protagonisten länger dort hin und haben dementsprechend weniger Zeit zum plündern. Durch legen des entsprechenden Markers in das Plünderfeld, können den Plünderern hier auch ggf. Werkzeuge, Waffen oder Güter zum Handeln aus dem Lager mitgegeben werden.

Haben wir uns für einen Ort entschieden, werden jetzt nacheinander die am Ort angegebene Anzahl an Erkundungskarten gezogen und abgehandelt. Dabei simulieren die Karten Situationen, die beim Plündern in einem Ort auftreten können. Wie z.B. Kellereingänge, Treppen oder verschlossene Türen. Nicht selten, müssen hierbei Lärmproben ausgeführt werden. Liegt das Würfelergebnis auf oder unter dem aktuellen Lärmanzeiger, wird eine Begegnung ausgelöst. In dem Fall wird die oberste Karte vom Begegnungskartenstapel gezogen.

Ist der Plünderzug abgeschlossen, müssen wir uns noch entscheiden, welche gefundenen Gegenstände mit in den Unterschlupf genommen werden. Die Traglast der Charaktere ist begrenzt und im schlimmsten Fall, müssen Gegenstände zurückgelassen werden.

Nächtlicher Überfall

Nächtlicher ÜBerfall

Wie schon angesprochen, sind wir nicht die einzigen, die nachts auf Plünderzüge gehen. Andere haben es womöglich auf unsere Sachen abgesehen, und das gilt es in dieser Phase zu verhindern. Bevor die oberste Karte vom Stapel für nächtliche Überfälle gezogen und abgehandelt wird, gibt uns das Spiel noch die Möglichkeit wachestehende Charaktere zu bewaffnen. Das geht natürlich nur, falls auch Waffen im Lager vorhanden sind. Anschließend geht es ans Eingemachte.

Ist der nächtliche Überfall überstanden, werden wahlweise insgesamt 2 Karten für nächtliche Überfälle oder Begegnungen mit einem roten Ausrufezeichen in der rechten oberen Ecke in die entsprechenden Stapel gemischt. Diese sind zu Spielbeginn noch nicht im Stapel enthalten und werden in jeder Runde hinzugemischt. Hier besteht also fortan das Risiko, eine dieser gefährlicheren Karten in entsprechender Phase zu ziehen.

Sonnenaufgang mit Erzählaktion

Sonnenaufgang

Die Nacht ist vorüber und der Plündertrupp kehrt mit allen gesammelten Gegenständen in den Unterschlupf zurück. Sollten Charaktere unter Krankheit leiden oder verletzt sein, haben wir in dieser Phase die Gelegenheit Bandagen oder Medikamente zuzuteilen. Im Anschluss wird eine Schicksalskarte abgehandelt und wir dürfen eine Erzählaktionskarte ziehen. Beide Karten habe ich oben schon genauer erklärt.

Und damit, haben wir hoffentlich eine ganze Runde in This War of Mine überlebt. So wird jetzt Runde für Runde weitergespielt, bis uns das Spiel etwas anderes sagt.

Mein Fazit zu This War of Mine

Was soll ich sagen? This War of Mine ist eines meiner meistgespielten Spiele. Sowohl Solo als auch zu zweit oder zu dritt, habe ich mehrere Kampagnen er- und überlebt und war jedes mal erneut überrascht darüber, wie gut es das Spiel schafft, ständig eine neue Geschichte zu erzählen. Wenn man sich darauf einlässt, gegebenenfalls noch passende Musik im Hintergrund laufen lässt, beispielsweise den offiziellen Soundtrack zum PC-Spiel, ist die Stimmung die dieses Brettspiel erzeugt einfach unvergleichlich. Du leidest mit, hoffst, bangst und feierst selbst die noch so kleinsten Erfolge, die Schlussendlich über Leben und Tod entscheiden können. Nicht zuletzt, weil es einfach ein greifbares und vor allem reales Thema ist. Menschen auf dieser Welt leiden unter Krieg, verlieren dabei Angehörige, hungern und frieren. Das ist die Botschaft, die dieses Spiel übermittelt. Und das einfach hervorragend.

Übersetzung, Texte & Skript

Zudem möchte ich noch ein Lob über die wirklich grandiose Übersetzung bzw. Textarbeit loswerden. Das Skript erzählt auf über 160 Seiten Storyblöcke, die in verschiedenen Situationen ausgelöst werden. Darüber hinaus noch weitere Seiten mit Informationen und Erwähnungen. Ich habe in diesem Review übrigens bewusst nicht erwähnt, wann und wo das Skript zum Einsatz kommt, da ich niemandem den Moment rauben möchte, wo das zum ersten mal passiert. Auch Karten und Tagebuch fügen sich durch ihren Schreibstil und immer wieder auftauchenden Erzählpassagen extrem gut in das Spiel ein.

Ein Tipp

Zuletzt würde ich dir noch empfehlen, den Spielern in euren Runden feste Aufgaben zuzuweisen. Beispielsweise liest ein Spieler das Tagebuch vor, der andere das Skript und ein Spieler die Karten und kümmert sich um den Inhalt in der Spielschachtel. Das kann dann auch rotieren. Oder jeder Spieler kümmert sich um den Bereich auf dem Spielbrett, der ihm am nächsten ist. Jedenfalls war für uns das rumreichen des Tagebuchs nicht die eleganteste Lösung und vor allem nicht genug, um alle Spieler am Tisch einzubinden. Ich kann mir vorstellen, dass gerade in Gruppen ab 4 Spielern, schnell Konzentration und Motivation nachlässt, wenn nicht jeder etwas zu tun hat.

Ende

This War of Mine wird dich zunächst vermutlich frustrieren. Du wirst deine erste Runde mit hoher Wahrscheinlichkeit, nicht überleben. Es wird dich vor Entscheidungen stellen, die unter Umständen über Schicksale entscheiden werden und dich verzweifeln lassen. Jedoch wirst du verstehen, worum es bei dem Spiel geht und worauf es ankommt. Du wirst den Ansporn entwickeln, im belagerten Pogoren zu überleben.

Pro und Contra - This War of Mine

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