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„Terraforming ist die Umformung von anderen Planeten in bewohnbare erdähnliche Himmelskörper mittels zukünftiger Techniken. Planeten oder Monde sollen so umgestaltet werden, dass darauf menschliches Leben mit geringem oder ohne zusätzlichen technischen Aufwand möglich wird“ – Wikipedia.

Wir schreiben das Jahr 2316. Die Ressourcen der Erde sind ausgeschöpft und unser blauer Planet leidet unter einer extremen Überbevölkerung. Die Menschheit steht vor der Wahl, sich zurückzuziehen oder ins Weltall zu expandieren. Die großzügige Finanzierung der Weltregierung für alle Unternehmen, die sich am Terraforming Mars-Projekt beteiligen, steigert das Interesse von Konzernen, das gewaltige Projekt zu realisieren.

Details

Terraforming Mars ist ein Wirtschafts-Strategie-Spiel von Jacob Fryxelius bzw. Fryxgames für 1-5 Spieler, das bei uns passenderweise über den Schwerkraft-Verlag erhältlich ist. Jeder Spieler übernimmt hier die Rolle eines Konzerns, der mit individuellen Eigenschaften seinen Teil dazu beiträgt, den Mars für die Menschheit bewohnbar zu machen. Während die Konzerne das gemeinsame Ziel verfolgen, für ausreichend Sauerstoff in der Mars Atmosphäre, genügend Wasser auf der Oberfläche und lebensfreundliche Temperaturen zu sorgen, gewinnt der Spieler, der beim Erreichen dieser Ziele die meisten Siegpunkte hat. Das erreichen sie, indem sie möglichst selbst diese 3 „globalen Parameter“ erhöhen, Projekte umsetzen, Städte und Grünflächen errichten sowie Meilensteine erreichen oder Auszeichnungen erringen.

Das Brettspiel kommt standardmäßig mit dem erweiterten Spielmodus „Zeitalter der Konzerne“, bietet eine Solovariante und kann durch mehrere, bereits erhältliche Expansions erweitert werden.

Spielmaterial & Ersteindruck

 

Terraforming Mars war für mich ein Spiel, auf das ich schon lang ein neugieriges Auge geworfen hatte. Das gute Stück war sehr oft kurz davor in meinem Warenkorb zu laden. Obwohl mich das Spielkonzept sehr interessier hatte, hat mich leider das 90er Jahre Science-Fiction-Design jedoch immer wieder vom Kauf abgehalten. Damit will ich nicht sagen, dass das Design schlecht ist. Ist auch ohne hin Geschmackssache. Jedoch bin ich selbst nicht gerade der Größte Science-Fiction Fan, weshalb die Gestaltung auf mich altbacken und uninteressant gewirkt hatte. Nach langem Ringen mit mir selbst, habe ich mich dann offensichtlich doch für den dafür entschieden und könnte nicht glücklicher über diese Entscheidung sein. Zwar bin ich jetzt immer noch kein großer Fan vom Design, dafür aber ein umso größerer Fan vom Gameplay.

Schachtel mit Spielmaterial von Terraforming Mars

Spielmaterial Lost in Space

Als ich mein Terraforming Mars dann erhalten hatte, habe ich nicht schlecht gestaunt. Die Schachtel enthielt einiges an Material: Ein paar Plöppelbögen, die eine ganze Reihe an Plättchen beherbergten, Spielertableaus, jede Menge Steinchen variierend in Material und Farbe sowie eine horrende Anzahl an Karten. Insgesamt 233, unterteilt in verschiedene Zwecke. Nach dem ersten Begutachten des gesamten Materials, bestätigte sich auch wieder meine anfängliche Skepsis gegenüber dem Design. Dazu war ich noch über die mangelhafte Präsentation des Spielmaterials verwirrt: Die Schachtel verfügt über kein Inlay, um den ganzen Kram wieder unterzukriegen. Stattdessen fliegt nach dem Auspacken alles verloren in der Box rum. Schön, ist was anderes und mehr Spaß bei einem „Unboxing“ hatte ich auch schon. Gut, dass wenigstens genügend Tütchen enthalten waren.

Marker & Spielertableaus

Die Spielermarker als transparente Würfel in den Farben rot, gelb, grün, blau und schwarz, sowie die Ressourcenmarker als unterschiedlich große Würfel in Kupfer-, Silber- und Goldoptik gefallen mir recht gut. Auch wenn von den Ressourcenmarkern jeder einzelne an einer Ecke einen kleinen Makel aufweist: Hier konnte laut Kommentar in der Anleitung produktionsbedingt nicht drüberlackiert werden. Vielleicht hätte man sich hier dann eher für Holzwürfel in entsprechenden Farben entscheiden sollen.

Die Spielertableaus in Terraforming Mars finde ich, ich kann es nicht anders sagen, furchtbar. Nicht nur, dass es sich hierbei um dünne Pappe im bereits von mir bemängeltem Design handelt, man hat sich hier nicht mal die Mühe gemacht, die Rückseite zu gestalten. Wenn du dir das Tableau auf einem normalen Din-A4-Papier ausdruckst, hast du fast das gleiche Ergebnis. Außerdem hantiert man im Verlauf einer Partie doch sehr viel mit Markern darauf rum. Hier verrutscht nicht selten was. Besser wären hier doppellagige Tableaus mit Aussparungen a la Scythe gewesen.

Spielertableau, Ressourcen- und Spielermarker von Terraforming Mars

Pimp your Terraforming Mars

So sehr ich auch am Material rumnörgel, muss ich dazu aber sagen, dass man nicht behaupten kann, dass Verlage und Designer nicht auf die Stimmen der Fans hören. Unterdessen konntest du beim Schwerkraft-Verlag bereits ein Paket bestellen, das dein Terraforming Mars mit Spielmaterial aus Holz aufwertet. Dazu kamen neue Spielertableaus und 2020 sogar eine gesamte Kickstarter-Kampagne, die das komplette Spiel mit Inlay, Organizern, 3D-Plättchen und sonstigem Pipapo ausstattet. Wer also mehr ausgeben wollte, um hochwertigeres Material zu bekommen, hatte reichlich Möglichkeiten dazu. Sowohl von offizieller Seite, als auch von freien Designern, beispielsweise via Etsy.

So wird Terraforming Mars gespielt

In Terraforming Mars investieren wir als Konzerne in Projekte, um unsere Wirtschaft anzukurbeln, Siegpunkte zu ergattern und gleichzeitig die für die Beendigung des Spiels relevanten, globalen Parameter zu erhöhen. Bei den Parametern geht es konkret um den Sauerstoffgehalt, welcher durch das Erzeugen von Grünflächen erhöht werden kann, die Temperatur, die beispielsweise durch den Einsatz von produzierten Wärmemarkern steigt und Ozeane auf dem Mars, die durch Projekte platziert werden können. Dabei sollte es natürlich immer unser Konzern sein, der diese wichtigen Parameter erhöht. Denn jede Steigerung bedeutet mehr Einkommen an MegaCredits (Währung in Terraforming Mars) und Siegpunkte für unseren Konzern.

Ab hier werden die MegaCredits wie im Spiel selbst mit M€ abgekürzt.

Spielaufbau von Terraforming Mars

Spielaufbau von Terraforming Mars

[1] Spielbrett & Globale Parameter

Zum Spielaufbau wird das Spielbrett bereitgelegt und von den insgesamt 3 weißen Würfeln landet jeweils einer auf dem Anfangswert der Sauerstoffleiste, der Temperaturanzeige und der Terraformwertleiste, die das Spielbrett einrahmt. Die Leiste dient zum einen als Rundenanzeiger und zum anderen als Siegpunktleiste, sowie Anzeiger für das aktuelle Einkommen an M€ für jeden Terraformer. Befindet sich dein Marker also beispielsweise auf Feld 35, erhältst du in der entsprechenden Phase 35 M€ und zum Ende des Spiels schon mal mindestens 35 Siegpunkte. Zusätzlich werden die 9 Ozeanplättchen auf ihr Feld auf dem Spielbrett gelegt.

Die Terrformwertleiste wird ab hier mit TW-Leiste abgekürzt.

Terraforming Mars: Ozeanplättchen und Marker für globale Parameter

[2] Ressourcen & Plättchen

Als nächstes bereitet ihr entweder einen allgemeinen Vorrat aus Ressourcenmarkern und Plättchen vor, oder gebt jeden Spieler einen eigenen kleinen Pool. Das würde ich gerade bei mehreren Spielern empfehlen. Da die Produktionsphase für alle Spieler simultan stattfindet, kann es nervig werden, wenn 5 Leute gleichzeitig in einer kleinen Schüssel nach Kupfermarkern kramen wollen. Dafür sind auch vor allem von den Stadt- bzw. Grünflächenplättchen genügend vorhanden. Gehen übrigens die Ressourcenmarker aus, ist für geeigneten Ersatz zu sorgen. Hier gibt es keine Limitierung.

Ressourcen und Plättchen

[3] Spielerfarbe & Anfangsproduktion

Jeder Spieler wählt sich jetzt eine Farbe aus und erhält seinen Satz an Markern und ein Tableau. Jeweils ein Würfel wird auf Feld 1 der Produktionsleiste jedes Ressourcentyps auf dem Tableau platziert, während einer auf Feld 20 der TW-Leiste landet. Zusammengefasst bedeutet das, dass jeder Konzern in der ersten Produktionsphase jeweils 1 M€, Stahl, Titan, Pflanze, Energie und Wärme produziert sowie 20 M€ Einkommen über die TW-Leiste erhält. Das Spielertableau erkläre ich unten im Detail.

Terraforming Mars Spielerfarbe und Terraformwertleiste

Konzern, Projektkarten & Startausstattung

Terraforming Mars Neulinge erhalten zum ersten Spiel einen Anfänger-Konzern, der sich durch eine gleiche Menge an Startausstattung sowie dem Fehlen von besonderen Eigenschaften auszeichnet. Jeder Anfänger-Konzern startet mit 42 M€ und 10 Projektkarten auf der Hand ins Terraforming-Vorhaben. Erfahrene Spieler erhalten hingegen 2 zufällige Konzernkarten (ohne Anfänger-Konzerne) zugelost und wählen sich einen davon aus. Der Konzern Phoblog z.B., startet nur mit 23 M€, dafür aber mit 10 Titan. Mit der Wahl des Konzerns können wir uns also gleich zu Beginn eine Richtung für unsere Strategie zurechtlegen.

Haben alle Spieler einen Konzern ausgewählt, wird die Produktion entsprechend den Vorgaben angepasst. Während die Spieler mit Anfänger-Konzern mit 10 Projektkarten auf der Hand ins Spiel starten, ziehen die erfahreneren Spieler nun ebenfalls 10. Unterschied ist, sie beginnen die Partie nicht mit allen 10, sondern kaufen sich hiervon Projekte zu je 3 M€ für ihre Starthand.

Terraforming Mars Konzerne

Das Spielertableau

Terraforming Mars Spielertableau

Auf dem Spielertableau befinden sich 6 große Felder die deinen aktuellen Vorrat an Ressourcen in Form der kupfer-, silber- und goldfarbenen Marker anzeigen. Dabei entspricht jeder Kupfermarker 1 Ressource, silber 5 und gold 10. Zwischen den großen Feldern befinden sich die jeweiligen Produktionsleisten, die, bis auf die leiste für M€, von 0-10 die pro Produktionsphase erhaltenen Ressourcen durch einen darauf platzierten Spielermarker anzeigen.

Die Produktion für M€ ist hier die Einzige, die auch negativ ausfallen kann, während aber alle Ressourcentypen den angegebenen Maximalwert von 10 sogar übersteigen können. Einige Ressourcen bringen gewisse Eigenschaften mit sich: Stahl und Titan können beispielsweise für den Einsatz von Karten ausgegeben werden, 8 Pflanzen werden in Grünflächen umgewandelt und 8 Wärmemarker können in einen Anstieg der Temperatur investiert werden.

Rundenablauf von Terraforming Mars

Aufgrund des Zeitraumes, der hier simuliert wird, werden die Runden in Terraforming Mars als Generationen bezeichnet. Eine davon läuft über 4 Phasen und beginnt in der ersten Generation mit der Aktionsphase (Phase 3), da zum Spielaufbau bereits Projektkarten, die normalerweise in Phase 2 erhalten werden, verteilt worden sind. Wir denken uns jetzt der Einfachheit halber mal, dass die erste Generation für alle Spieler gut verlaufen ist und starten hier in Phase 1 der Zweiten.

Phase 1: Startspielerphase

Die zweite Runde beginnt also offensichtlich damit, den Startspielermarker im Uhrzeigersinn weiterzugeben. Nicht vergessen! In Terraforming Mars den ersten Zug zu machen ist nicht nur wahnsinnig toll, sondern kann auch entscheidend für den Sieg sein. Ich erwähne das hier ganz subtil, da wir das gerne mal vergessen. Außerdem wird der Rundenmarker, also der weiße Würfel auf der TW-Leiste, um 1 vorgerückt. Was wir ebenfalls jedes mal vergessen.

Phase 2: Forschungsphase

In der Forschungsphase kann sich jeder Spieler weitere Projektkarten für seinen persönlichen Terraforming-Siegeszug kaufen. Dazu zieht zunächst jeder Spieler 4 Karten vom Projektkartenstapel, wovon beliebig viele zu je 3 M€ erworben werden können. Karten, die keine Begeisterung finden, werden verdeckt abgeworfen. Eine gute Gelegenheit, um zu erwähnen, dass es kein Handkartenlimit gibt. Theoretisch kannst du also, insofern du es dir leisten kannst, alle 4 Karten kaufen und deine zukünftigen Züge gut vorausplanen.

Projektkarten im Detail

Terraforming Mars Projektkarten

Die Projektkarten lassen sich zunächst generell in Karten mit unterschiedlicher Rahmenfarbe in grün, blau und rot unterscheiden. Während grüne Karten einmalige Effekte bieten, sind blaue Karten nach dem Ausspielen anhaltende Effekte oder Aktionen, die wiederholt in jeder Runde ausgeführt werden können. Rote Karten sind thematisch gesehen oft Aktionen, die man auf der Erde gut mal als fatale Katastrophe bezeichnen könnte. Hier geht es beispielsweise um gezielte Vulkanausbrüche, dem Schmelzen von polaren Eiskappen oder das Abstürzen lassen eines Mondes. Wird eine Karte ausgespielt, wird sie in den persönlichen Spielerbereich abgelegt.

Alle Projektkarten sind durch ein oder mehrere Symbole in der rechten, oberen Ecke passend zur Thematik bestimmten Kategorien zugeordnet. Diese können bereits während des Spielverlaufs bestimmte Boni verleihen oder zusätzlich Punkte zur Endwertung geben. Beispielsweise erhältst du mit der Karte „Ganymed Kolonie“ einen Siegpunkt je eigenes Jupitersymbol in deinem Spielerbereich. Ein bisschen Set-Collection ist also auch mit dabei. Darüber hinaus können Projektkarten an Bedingungen geknüpft sein, die zum Ausspielen erfüllt sein müssen. Zum Beispiel ein Mindest-Sauerstoffgehalt oder eine bestimmte Anzahl an Ozeanen auf dem Mars.

Phase 3: Aktionsphase

In der Aktionsphase findet das eigentliche terraforming des Mars statt. Hier spielen wir unsere gekauften Projektkarten von der Hand, führen Standard-Projekte aus oder beanspruchen Meilensteine. Spieler führen 1 oder 2 Aktionen aus, bevor der Nächste an der Reihe ist. Das geht solange, bis alle Spieler gepasst haben. Vorerst nur eine Aktion zu nutzen, kann in einigen Situationen taktisch sehr sinnvoll sein, während beide Aktionen zugleich schnelle, starke Kombinationen ermöglichen. Insgesamt kannst du aus 7 Aktionen wählen, wovon du in deinem Zug auch 2x die gleiche nutzen darfst.

Aktionen im Detail

1. Eine Projektkarte spielen

Zunächst überprüfst du, ob du dir die Kosten für das Ausspielen einer Projektkarte leisten kannst. Karten mit Gebäude- oder Weltraumsymbol können dabei auch mit Stahl bzw. Titan bezahlt werden. Dabei ist 1 Stahlressource 2M€ und 1 Titan 3 M€ wert. Möchtest du beispielsweise die Karte „Orbitaler Sonnenspiegel“ mit 17 Kosten, je einem Energie- und Weltraumsymbol spielen, um deine Energieproduktion um 3 zu erhöhen, könntest du 2 Titan ausgeben, um dann nur noch 11 M€ bezahlen zu müssen. Des Weiteren, müssen wir hier auf etwaige Bedingungen des Projekts achten. Hast du ein Projekt bezahlt, führst du die Effekte aus und legst sie vor dir in deinen persönlichen Spielerbereich.

2. Ein Standard-Projekt nutzen

Standard-Projekte sind insgesamt 6 Möglichkeiten, auch fernab der Projektkarten den Mars zu terraformen oder die eigene Wirtschaft zu verbessern. Sie stehen jederzeit zur Verfügung und können auch mehrmals in einer Runde benutzt werden. Kleiner Nachteil ist, dass die Effekte der Standard-Projekte im Vergleich zu Ähnlichen auf Projektkarten in der Regel um einiges teurer sind. Zudem liefern sie keine Symbole für deine Kartensammlung. Vorteil liegt jedoch klar in der permanenten Verfügbarkeit und taktischen Einsatzmöglichkeit. Mit ihnen kannst du bspw. für 18 M€ ein Ozean- oder für 23 M€ ein Grünflächenplättchen platzieren.

3. Einen Meilenstein beanspruchen

Meilensteine bieten in Terraforming Mars den Anreiz, zusätzlich auf bestimmte Ziele hinzuarbeiten. Als Aktion, kannst du 8 M€ bezahlen, um einen Meilenstein für dich zu beanspruchen und erhältst dafür 5 Siegpunkte am Ende der Partie. Voraussetzung ist natürlich, dass du einen Meilenstein auch erreicht hast. Zum Beispiel 3 eigene Stadtplättchen, einen eigenen Terraformwert von 35 oder 8 Gebäudesymbole im Spiel. Insgesamt gibt es 5 Meilensteine, wovon aber nur maximal 3 in einer Runde beansprucht werden können. Wer zu spät kommt, hat Pech gehabt.

4. Eine Auszeichnung finanzieren

Genau wie Meilensteine, sind Auszeichnungen eine Möglichkeit, zum Ende des Spiels nochmal zusätzlich Punkte einzuheimsen. Jedoch muss hierzu zum Zeitpunkt der Ausschreibung einer Auszeichnung das Ziel bzw. die Bedingung noch nicht erfüllt sein. Wer eine Auszeichnung finanziert, löst quasi ein Wettrennen um das jeweilige Ziel aus. Dabei erhalten der erst- und zweitplatzierte Spieler 5 und 2 Punkte. Hier geht es beispielsweise darum, zum Schluss die größte M€-Produktion, die meisten Plättchen oder die meisten Wissenschaftssymbole im Spiel zu haben. Auch hier können nur 3 der insgesamt 5 Auszeichnungen ausgeschrieben werden, deren Kosten nach jedem mal um 6€ steigen.

5. Aktion einer blauen Karte nutzen

Hast du eine blaue Karte mit einer Aktion in deinem Spielerbereich, kannst du diese 1x pro Runde ausführen. Du erkennst sie leicht an einem roten Pfeil, der dir Kosten und Ertrag für diese Aktion anzeigt. Im Fall der blauen Karte im Bild, könntest du bspw. 4 Energie verbrauchen um 1 Stahl zu erhalten und den Sauerstoffgehalt um 1% zu erhöhen. Energiehungrig, aber ein guter Punktegenerator, solang der Sauerstoffgehalt noch erhöht werden kann.

6+7. Umwandeln von Ressourcen

Mit dieser Aktion kannst du 8 deiner Pflanzen in ein Grünflächenplättchen oder 8 Wärme-Ressourcen in einen Temperaturanstieg investieren. Da beim Platzieren von Grünflächen der Sauerstoffgehalt steigt, erhöhst du mit beiden Ressourcen einen globalen Parameter und bewegst dich auf der TW-Leiste somit 1 Feld vorwärts.

Phase 4: Produktionsphase

Wenn alle Spieler gepasst haben, geht es in die Produktionsphase über, in der alle Konzerne gleichzeitig ihre Ressourcen gemäß ihrer Produktionsleisten produzieren. Vorher werden dabei aber alle vorhandenen Energieressourcen in Wärme umgewandelt. Dazu werden alle Marker vom Energiefeld ins Wärmefeld verschoben. Das zeigt auch ein nicht zu übersehender, brauner Pfeil auf dem Tableau an. Anschließend nehmen sich alle Spieler Marker gemäß ihrer Produktion und legen sie in das entsprechende Feld.

So wird Terraforming Mars jetzt Generation für Generation gespielt, bis die 3 globalen Parameter Sauerstoffgehalt, Ozeane und Temperatur ihr Maximum erreicht haben und der Mars letztendlich für die Menschheit bewohnbar ist.

Spielende & Wertung

Sind die Zielwerte für die globalen Parameter erreicht, wird die Partie nach der Produktionsphase in dieser Runde beendet. Es wird also noch ein letztes mal produziert, was für die Auszeichnungen „Wärmetechniker“ (die meisten Wärmemarker im Spiel) und „Bergmann“ (die meisten Stahl- und Titanressourcen) relevant ist.

Punktewertung

Terraforming Mars Punktewertung

Die Punkte zur Schlusswertung kommen aus 5 Quellen. Da hätten wir zum einen den aktuellen Terraformwert als Basis, dessen Marker für jeden Spieler um folgende Faktoren weiterverschoben wird: Für erlangte Auszeichnungen gibt es 5 bzw. 2 Punkte. Die zuvor beanspruchten Meilensteine sind 5 Siegpunkte wert. Plättchen auf dem Spielbrett: Für jede eigene Grünfläche gibt es 1 Punkt und zudem geben Städte für jede angrenzende Grünfläche (unabhängig davon, wem die Fläche gehört) einen weiteren Siegpunkt. Zuletzt werden noch die Karten in den Spielerbereichen, für die es Siegpunkte gibt, gezählt.

Sagen wir der Einfachheit halber mal, dass alle Spieler einen Terraformwert von 40 erreicht haben und die Karten im Spielerbreich für alle 10 Punkte wert sind. Dann ergeben sich die Punkte anhand des Bildes wie folgt:

Blau: 5 Punkte für eigene Grünflächen, 7 Punkte für angrenzende Grünflächen an eigenen Städten, 5 Punkte für den Meilenstein „Terraformer“, 5 Punkte für das Erreichen der Auszeichnung „Banker“. Insgesamt 72 Punkte.

Rot: 7 Punkte für eigene Grünflächen, 11 Punkte für angrenzende Grünflächen an eigenen Städten, 5 Punkte für den Meilenstein „Gärtner“, 2 Punkte für den zweiten Platz in der Auszeichnung „Banker. Insgesamt 75 Punkte.

Grün: 7 Punkte für eigene Grünflächen, 9 Punkte für angrenzende Grünflächen an eigenen Städten, 5 Punkte für den Meilenstein „Bürgermeister“. Insgesamt 71 Punkte.

Mein Fazit zu Terraforming Mars

Mit Terraforming Mars bekommst du ein Brettspiel, bei dem man das Gefühl hat, es wurde auf wissenschaftlicher Basis sehr realistisch durchdacht. Beispielsweise eine Atombombe zu zünden, um die Temperatur auf dem Mars zu erhöhen. Das ist nicht einfach irgendwie weit hergeholt, sondern vermutlich zielführend. Auf allen Projektkarten sind thematische Grafiken und Flavourtexte zu finden, die das jeweilige Ereignis gut darstellen. Hier muss man einfach Lob für Kreativität und Gedankengut in den über 200 Projektkarten aussprechen, wovon übrigens keine einzige doppelt ist. Durch eben diese Menge an Projekten, verschiedenen Konzernen und unterschiedlichen Strategieansätzen, bietet Terraforming Mars jede Menge Varianz und einen hohen Wiederspielwert.

Spielkonzept

Was mir am besten gefällt, ist wie gut die Wirtschaft umgesetzt worden ist und wie fantastisch sie mit dem gemeinsamen Vorhaben, eben den Mars zu terraformen, zusammengreift. Das Spiel vermittelt einem durch die begrenzte Verfügbarkeit der Parameter, Meilensteinen und Auszeichnungen permanent das Gefül, sich hier in einem Wettrennen zu befinden. Das wird nochmal dadurch deutlich, dass man nur selten die Möglichkeit hat, Mitspieler aktiv zu stören. Das möchte man aber auch gar nicht, denn hier liegt der Fokus darin, ein für sich funktionierendes Wirtschaftssystem aufzubauen und dabei gleichzeitig durch Plättchen, Karten sowie Meilensteine und Auszeichnungen so viel extra Siegpunkte wie möglich zu erreichen.

Spielmaterial & Design

Größtes Contra bei Terraforming Mars ist für mich jedoch Design und Spielmaterial. Allein schon bei der Schachtel habe ich das Gefühl, als wäre die verwendete Pappe um einiges minderwertiger als die, anderer Spiele. Und dass mich das fehlende Inlay stört, brauche ich hier nicht nochmal groß auszuführen. Dazu kommt, dass das Spiel meines Erachtens so gestaltet worden ist, wie einem Science Fiction in den 90ern durch Film und Serie vorgemacht worden ist. Hier hätte ich mir einfach eine schönere, zeitgemäßere Präsentation eines futuristischen Science-Fiction-Designs gewünscht.

Trotzdem gehört Terraforming Mars heute zu meinen absoluten Lieblingsspielen. Das grandiose Spielkonzept hat sich bei mir gegen ein für mich nicht gelungenes Design und teilweise minderwertigem Spielmaterial durchgesetzt.

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