Terraforming Mars – Brettspiel-Review

Terraforming Mars – Brettspiel-Review

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Marsoberfläche

„Terraforming ist die Umformung von anderen Planeten in bewohnbare erdähnliche Himmelskörper mittels zukünftiger Techniken. Planeten oder Monde sollen so umgestaltet werden, dass darauf menschliches Leben mit geringem oder ohne zusätzlichen technischen Aufwand möglich wird“ – Wikipedia.

Wir schreiben das Jahr 2316. Die Ressourcen der Erde sind ausgeschöpft und unser blauer Planet leidet unter einer extremen Überbevölkerung. Die Menschheit steht vor der Wahl, sich zurückzuziehen oder ins Weltall zu expandieren. Die großzügige Finanzierung der Weltregierung für alle Unternehmen, die sich am Terraforming Mars-Projekt beteiligen, steigert das Interesse von Konzernen, das gewaltige Projekt zu realisieren.

DETAILS

Terraforming Mars ist ein Wirtschafts-Strategie-Spiel von Jacob Fryxelius bzw. Fryxgames für 1-5 Spieler, das bei uns passenderweise über den Schwerkraft-Verlag erhältlich ist. Jeder Spieler übernimmt hier die Rolle eines Konzerns, der mit individuellen Eigenschaften seinen Teil dazu beiträgt, den Mars für die Menschheit bewohnbar zu machen. Während die Konzerne das gemeinsame Ziel verfolgen, für ausreichend Sauerstoff in der Mars Atmosphäre, genügend Wasser auf der Oberfläche und lebensfreundliche Temperaturen zu sorgen, gewinnt der Spieler, der beim Erreichen dieser Ziele die meisten Siegpunkte hat. Das erreichen sie, indem sie möglichst selbst diese 3 „globalen Parameter“ erhöhen, Projekte umsetzen, Städte und Grünflächen errichten sowie Meilensteine erreichen oder Auszeichnungen erringen.

Das Brettspiel kommt standardmäßig mit dem erweiterten Spielmodus „Zeitalter der Konzerne“, bietet eine Solovariante und kann durch mehrere, bereits erhältliche Expansions erweitert werden.

Spielmaterial & Ersteindruck

Terraforming Mars war für mich ein Spiel, auf das ich schon lang ein neugieriges Auge geworfen hatte. Das gute Stück war sehr oft kurz davor in meinem Warenkorb zu laden. Obwohl mich das Spielkonzept sehr interessier hatte, hat mich leider das 90er Jahre Science-Fiction-Design jedoch immer wieder vom Kauf abgehalten. Damit will ich nicht sagen, dass das Design schlecht ist. Ist auch ohne hin Geschmackssache. Jedoch bin ich selbst nicht gerade der Größte Science-Fiction Fan, weshalb die Gestaltung auf mich altbacken und uninteressant gewirkt hatte. Nach langem Ringen mit mir selbst, habe ich mich dann offensichtlich doch für den dafür entschieden und könnte nicht glücklicher über diese Entscheidung sein. Zwar bin ich jetzt immer noch kein großer Fan vom Design, dafür aber ein umso größerer Fan vom Gameplay.

Terraforming Mars Spielmaterial

Spielmaterial Lost in Space

Als ich mein Terraforming Mars dann erhalten hatte, habe ich nicht schlecht gestaunt. Die Schachtel enthielt einiges an Material: Ein paar Plöppelbögen, die eine ganze Reihe an Plättchen beherbergten, Spielertableaus, jede Menge Steinchen variierend in Material und Farbe sowie eine horrende Anzahl an Karten. Insgesamt 233, unterteilt in verschiedene Zwecke. Nach dem ersten Begutachten des gesamten Materials, bestätigte sich auch wieder meine anfängliche Skepsis gegenüber dem Design. Dazu war ich noch über die mangelhafte Präsentation des Spielmaterials verwirrt: Die Schachtel verfügt über kein Inlay, um den ganzen Kram wieder unterzukriegen. Stattdessen fliegt nach dem Auspacken alles verloren in der Box rum. Schön, ist was anderes und mehr Spaß bei einem „Unboxing“ hatte ich auch schon. Gut, dass wenigstens genügend Tütchen enthalten waren.

Terraforming Mars Marker & Spielertableaus

Marker & Spielertableaus

Die Spielermarker als transparente Würfel in den Farben rot, gelb, grün, blau und schwarz, sowie die Ressourcenmarker als unterschiedlich große Würfel in Kupfer-, Silber- und Goldoptik gefallen mir recht gut. Auch wenn von den Ressourcenmarkern jeder einzelne an einer Ecke einen kleinen Makel aufweist: Hier konnte laut Kommentar in der Anleitung produktionsbedingt nicht drüberlackiert werden. Vielleicht hätte man sich hier dann eher für Holzwürfel in entsprechenden Farben entscheiden sollen.

Die Spielertableaus in Terraforming Mars finde ich, ich kann es nicht anders sagen, furchtbar. Nicht nur, dass es sich hierbei um dünne Pappe im bereits von mir bemängeltem Design handelt, man hat sich hier nicht mal die Mühe gemacht, die Rückseite zu gestalten. Wenn du dir das Tableau auf einem normalen Din-A4-Papier ausdruckst, hast du fast das gleiche Ergebnis. Außerdem hantiert man im Verlauf einer Partie doch sehr viel mit Markern darauf rum. Hier verrutscht nicht selten was. Besser wären hier doppellagige Tableaus mit Aussparungen a la Scythe gewesen.

Pimp your Terraforming Mars

So sehr ich auch am Material rumnörgel, muss ich dazu aber sagen, dass man nicht behaupten kann, dass Verlage und Designer nicht auf die Stimmen der Fans hören. Unterdessen konntest du beim Schwerkraft-Verlag bereits ein Paket bestellen, das dein Terraforming Mars mit Spielmaterial aus Holz aufwertet. Dazu kamen neue Spielertableaus und 2020 sogar eine gesamte Kickstarter-Kampagne, die das komplette Spiel mit Inlay, Organizern, 3D-Plättchen und sonstigem Pipapo ausstattet. Wer also mehr ausgeben wollte, um hochwertigeres Material zu bekommen, hatte reichlich Möglichkeiten dazu. Sowohl von offizieller Seite, als auch von freien Designern, beispielsweise via Etsy.

So wird Terraforming Mars gespielt

In Terraforming Mars investieren wir als Konzerne in Projekte, um unsere Wirtschaft anzukurbeln, Siegpunkte zu ergattern und gleichzeitig die für die Beendigung des Spiels relevanten, globalen Parameter zu erhöhen. Bei den Parametern geht es konkret um den Sauerstoffgehalt, welcher durch das Erzeugen von Grünflächen erhöht werden kann, die Temperatur, die beispielsweise durch den Einsatz von produzierten Wärmemarkern steigt und Ozeane auf dem Mars, die durch Projekte platziert werden können. Dabei sollte es natürlich immer unser Konzern sein, der diese wichtigen Parameter erhöht. Denn jede Steigerung bedeutet mehr Einkommen an MegaCredits (Währung in Terraforming Mars) und Siegpunkte für unseren Konzern.

Ab hier werden die MegaCredits wie im Spiel selbst mit M€ abgekürzt.

Spielaufbau von Terraforming Mars

Spielaufbau von Terraforming Mars
Globale Parameter

[1] Spielbrett & Globale Parameter

Zum Spielaufbau wird das Spielbrett bereitgelegt und von den insgesamt 3 weißen Würfeln landet jeweils einer auf dem Anfangswert der Sauerstoffleiste, der Temperaturanzeige und der Terraformwertleiste, die das Spielbrett einrahmt. Die Leiste dient zum einen als Rundenanzeiger und zum anderen als Siegpunktleiste, sowie Anzeiger für das aktuelle Einkommen an M€ für jeden Terraformer. Befindet sich dein Marker also beispielsweise auf Feld 35, erhältst du in der entsprechenden Phase 35 M€ und zum Ende des Spiels schon mal mindestens 35 Siegpunkte. Zusätzlich werden die 9 Ozeanplättchen auf ihr Feld auf dem Spielbrett gelegt.

Die Terrformwertleiste wird ab hier mit TW-Leiste abgekürzt.

Ressourcen und Plättchen

[2] Ressourcen & Plättchen

Als nächstes bereitet ihr entweder einen allgemeinen Vorrat aus Ressourcenmarkern und Plättchen vor, oder gebt jeden Spieler einen eigenen kleinen Pool. Das würde ich gerade bei mehreren Spielern empfehlen. Da die Produktionsphase für alle Spieler simultan stattfindet, kann es nervig werden, wenn 5 Leute gleichzeitig in einer kleinen Schüssel nach Kupfermarkern kramen wollen. Dafür sind auch vor allem von den Stadt- bzw. Grünflächenplättchen genügend vorhanden. Gehen übrigens die Ressourcenmarker aus, ist für geeigneten Ersatz zu sorgen. Hier gibt es keine Limitierung.

Terraforming Mars Spielerfarbe und Terraformwertleiste

[3] Spielerfarbe & Anfangsproduktion

Jeder Spieler wählt sich jetzt eine Farbe aus und erhält seinen Satz an Markern und ein Tableau. Jeweils ein Würfel wird auf Feld 1 der Produktionsleiste jedes Ressourcentyps auf dem Tableau platziert, während einer auf Feld 20 der TW-Leiste landet. Zusammengefasst bedeutet das, dass jeder Konzern in der ersten Produktionsphase jeweils 1 M€, Stahl, Titan, Pflanze, Energie und Wärme produziert sowie 20 M€ Einkommen über die TW-Leiste erhält. Das Spielertableau erkläre ich unten im Detail.


Konzern, Projektkarten & Startausstattung

Terraforming Mars Neulinge erhalten zum ersten Spiel einen Anfänger-Konzern, der sich durch eine gleiche Menge an Startausstattung sowie dem Fehlen von besonderen Eigenschaften auszeichnet. Jeder Anfänger-Konzern startet mit 42 M€ und 10 Projektkarten auf der Hand ins Terraforming-Vorhaben. Erfahrene Spieler erhalten hingegen 2 zufällige Konzernkarten (ohne Anfänger-Konzerne) zugelost und wählen sich einen davon aus. Der Konzern Phoblog z.B., startet nur mit 23 M€, dafür aber mit 10 Titan. Mit der Wahl des Konzerns können wir uns also gleich zu Beginn eine Richtung für unsere Strategie zurechtlegen.

Haben alle Spieler einen Konzern ausgewählt, wird die Produktion entsprechend den Vorgaben angepasst. Während die Spieler mit Anfänger-Konzern mit 10 Projektkarten auf der Hand ins Spiel starten, ziehen die erfahreneren Spieler nun ebenfalls 10. Unterschied ist, sie beginnen die Partie nicht mit allen 10, sondern kaufen sich hiervon Projekte zu je 3 M€ für ihre Starthand.

Terraforming Mars Konzerne

Das Spielertableau

Terraforming Mars Spielertableau

Auf dem Spielertableau befinden sich 6 große Felder die deinen aktuellen Vorrat an Ressourcen in Form der kupfer-, silber- und goldfarbenen Marker anzeigen. Dabei entspricht jeder Kupfermarker 1 Ressource, silber 5 und gold 10. Zwischen den großen Feldern befinden sich die jeweiligen Produktionsleisten, die, bis auf die leiste für M€, von 0-10 die pro Produktionsphase erhaltenen Ressourcen durch einen darauf platzierten Spielermarker anzeigen.

Die Produktion für M€ ist hier die Einzige, die auch negativ ausfallen kann, während aber alle Ressourcentypen den angegebenen Maximalwert von 10 sogar übersteigen können. Einige Ressourcen bringen gewisse Eigenschaften mit sich: Stahl und Titan können beispielsweise für den Einsatz von Karten ausgegeben werden, 8 Pflanzen werden in Grünflächen umgewandelt und 8 Wärmemarker können in einen Anstieg der Temperatur investiert werden.

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