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Disclaimer

Parks und die Sternstunden-Erweiterung wurden mir von Feuerland Spiele vergünstigt zur Verfügung gestellt. Mir wurden keinerlei Bedingungen gestellt und meine Meinung über das Spiel ist davon unbeeinflusst.

Über Stock und Stein führt dich dein Weg durch einen entlegenen Wald. Das Wetter ist klar und die Sonne strahlt durch die Baumwipfel. Gemütlichen Schrittes genießt du den Geruch der Fauna und lauschst dem Zwitschern der Vögel. Bereits seit mehreren Stunden bist du keiner Menschenseele mehr begegnet. Fernab der Zivilisation erblickst du steile Felswände, die sich hinter den Baumkronen emporheben und stetig wachsen, je näher du kommst. Sie präsentieren sich bedrohlich, dennoch weicht ein Glücksgefühl deiner Ehrfurcht. Denn du erinnerst dich an das Gefühl von Freiheit, dass dir von deinem letzten Besuch auf einem Gipfel dieses Ausmaßes sehr wohl bekannt ist. Aus dem Unterholz vernimmst du erst ein Rascheln, dann ein Plätschern. Still und heimlich machst du dir deinen Weg durch das Gestrüpp und erblickst die Quelle der Geräusche: Ein anmutiger Hirsch mit prächtigem Geweih stillt seinen Durst an einem Bach. Erst durch das Klicken deiner Kamera wird er aufgeschreckt und blickt neugierig in deine Richtung, bevor er dann schnurstracks im Gebüsch verschwindet. Du entscheidest dich dazu eine Pause zu machen und deine müden Füße einen Moment lang im kühlen Nass auszuruhen.

Details

Parks, ein Brettspiel mit dem wir dank Autor Henry Audabon und Illustrationen von Fifty-Nine Parks die atemberaubenden und vielfältigen Nationalparks der USA mal auf eine ganz andere Art und Weise erleben dürfen. Das sage ich jetzt so, als hätte ich sie davor überhaupt auf irgendeine Weise erlebt. Habe ich nicht. Und du vielleicht auch nicht. Daher umso schöner, dass wir mit Parks die Gelegenheit dazu haben.

Ursprünglich wurde das Brettspiel rund um Wanderungen durch die Nationalparks Amerikas 2019 als Kickstarter-Kampagne von Keymastergames gestartet und konnte dank 9.781 Unterstützern mit über 400.000 US-Dollar inklusive Sternstunden-Erweiterung verwirklicht werden. Tatsächlich stammt die Idee zu Parks nicht vom Autoren selbst, sondern von Fifty-Nine Parks. Die sind mit der Idee ein Brettspiel über die Nationalparks der USA zu entwerfen auf den Verlag zugekommen. Zufälligerweise war Mattox Shuler (Creative Director und Autor der Sternstunden-Erweiterung) bereits riesen Fan der Fifty-Nine Parks Print Series. So entstand der Plan und wurde dann auch umgesetzt. Damit möchte ich Henry Audabon keineswegs irgendwelche Lorbeeren absprechen. Ganz im Gegenteil: Ich finde es ganz große Klasse, wenn ein Spiel wie Parks als Auftragsarbeit entstehen kann, obwohl es eben mal nicht reiner Leidenschaft entsprungen ist. Jedenfalls ist das Familienspiel für 1-5 naturbegeisterte Brettspieler samt Erweiterung seit 2020 über Feuerland Spiele auf Deutsch erhältlich.

Ersteindruck & Spielmaterial

Das gesamte Spielmaterial von PARKS.

Zum ersten mal habe ich von Parks erfahren, als die Kickstarter-Kampagne 2019 gestartet ist. Wenn ich bedenke, dass es zu der Zeit nicht mal im Ansatz den Plan für diesen Blog hier gab, ist das doch eine ganze Weile her. Damals wie heute bin ich nicht unbedingt der Typ für Kickstarter, weshalb sich das Thema für mich erstmal wieder erledigt hatte. Ich erinnere mich aber, wie ich mir Parks dennoch insbesondere aufgrund der Optik und des Themas auf die Wunschliste gesetzt hatte.

Schöne Kunst & Stinkendes Holz

Das Erste was dir auffallen wird, wenn du dein Parks-Exemplar erhältst, ist ohne Zweifel das schöne und stimmige Design. Insbesondere die 48 Nationalparkkarten mit den Illustrationen von Fifty-Nine Parks sind sehr hübsch anzusehen. Normalerweise verpacke ich meine Karten recht selten in Hüllen – bei Parks wusste ich aber gleich, dass ich mir für dieses Spiel garantiert Sleeves zulegen werde.

Meine Begeisterung wurde allerdings beim Öffnen der Aufbewahrungsboxen für die Ressourcen von einem unangenehmen Geruch unterbrochen. Insgesamt 104 bemalte Holzmarker verschiedener Form und Farbe lagern in zwei Plastik-Trays, die beim erstmaligen Öffnen einen deutlich wahrnehmbaren, säuerlichen Geruch abgeben. Keine Ahnung, ob es an Farbe, Holz oder am Produktionsvorgang selbst liegt. Tippen würde ich mal auf eine Art Schutzmantel, der die Farbe vor Abblättern o.Ä. bewahren soll. Aber ja, die Holzteilchen stinken – und das nicht zu knapp. Glücklicherweise verflüchtigt sich der Essigähnliche Mief aber relativ schnell und schwächt nach ein paar Partien Parks deutlich ab. Mein Tipp wäre also hier: Lass die Trays nach Erhalt einen Tag auslüften. Dann sollte sich das gelegt haben.

Neben wunderschön illustrierten Parkkarten und gewagt parfümierten Holzmarkern, liefert Parks noch 82 weitere Karten für unterschiedliche Zwecke. 10 Streckenabschnitte mit Ein- und Ausstieg für den zu bewältigenden Wanderweg, 28 Fotos als Pappmarker und Spielermaterial in den Farben Grün, Lila, Rosa, blau und weiß.

Die verschiedenen Holzmarker aus PARKS.

KURZ GESAGT

Das ist Parks

In Parks besuchen wir ausgewählte Nationalparks Amerikas. Darunter welche von denen man zwangsläufig schon mal gehört hat, wie dem Yosemite oder Yellowstone Nationalpark, aber auch eine ganze Reihe an Parks, die zumindest mir bis dahin gänzlich unbekannt waren. Außerdem gilt es auf unserem Wanderweg Fotos von Flora und Fauna zu schießen sowie Wildtiere zu entdecken.

Motiviert durch Vorsätze (Zielkarten) und unterstützt durch Ausrüstungskarten beschreiten wir in einer Runde Parks einen zufällig ausgelegten Wanderpfad, über den wir Ressourcen sammeln, die für Besuche in Nationalparks nötig sind. Jeder Streckenabschnitt, auf dem wir Haltmachen, bietet uns dabei andere Ressourcen oder Aktionen: Mal bewegen wir uns durch dichte Wälder für Waldmarker, mal über steile Bergwanderpfade für Bergmarker und mal an Seen oder Flüssen entlang, wofür wir Wassermarker erhalten. Das Ganze dann natürlich auch bei Wind und Wetter.

Eine Partie Parks geht über 4 Jahreszeiten, wobei der Wanderpfad mit jeder Runde länger und neu ausgelegt wird. Am Ende gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten durch Parkbesuche, Vorsatzkarten und geschossenen Fotos.

Worker-Placement
Track-Movement
Set-Collection
IM DETAIL

So wird Parks gespielt

Spielaufbau

Der Spielaufbau von Parks mit Markern, Wanderpfad und Spielbrett.

Das Spielbrett von Parks ist klar beschriftet und aufgebaut. Hier kann also schon mal nicht viel schiefgehen. Alle Kartenstapel (Nationalparks, Ausrüstungen, Feldflaschen und Jahreszeiten) werden gut gemischt und auf ihren Plätzen bereitgelegt. Von den Nationalparks und Ausrüstungen werden jeweils drei offen ausgelegt. Im Anschluss erhält jeder Spieler verdeckt zwei Zielkarten, wovon sich eine ausgesucht wird.

Der Wanderweg besteht immer aus 5 identischen Streckenteilen, die zufällig ausgelegt werden. Zusätzlich kommt in jeder Jahreszeit eines von 4 zufälligen Extraabschnitten hinzu. Zum Spielaufbau werden also die 5 Standardabschnitte mit einem zufälligen der Zusatzteile gemischt und der Reihe nach, beginnend am Ausstieg ausgelegt. Spielt ihr zu 4. oder 5., kommt regulär ein weiterer Abschnitt hinzu. Ist der Wanderpfad erstellt, wird die oberste Jahreszeitenkarte aufgedeckt und Wettermarker ab dem 2. Abschnitt auf die einzelnen Teile gelegt.

Jeder Spieler stellt seine zwei Wanderer auf den Einstieg des Wanderweges und erhält einen Lagerfeuermarker. Startspieler wird logischerweise, wer zuletzt eine Wanderung unternommen hat. Der Spieler rechts vom Startspieler erhält die Kamera.

Spielablauf

Ein Beispiel-Wanderfpad in PARKS mit Wettermarkern, Ressourcen und Aktionen

In deinem Zug darfst du einen deiner Wanderer auf einen beliebigen Streckenabschnitt in Richtung Ausstieg bewegen. Stichwort hierbei ist „Richtung Ausstieg“ – denn umkehren dürfen wir nicht. Ist dein Wanderer angekommen, erhältst du die angezeigten Marker bzw. darfst die Aktion des Abschnittes ausführen. So kannst du zum Beispiel einen Park besuchen, ein Foto machen oder dir neue Ausrüstung kaufen. Bist du der Erste, der einen Streckenabschnitt in einer Runde betritt, erhältst du ggf. noch den zum Rundenbeginn platzierten Wettermarker. Ist ein Wanderer bewegt worden, ist der nächste Spieler am Zug und tut das Gleiche. Solang im Uhrzeigersinn, bis alle Wanderer am Ausstieg angekommen sind.

Im Grunde ist die Kernmechanik von Parks damit erklärt. Nacheinander bewegt ihr einen eurer Wanderer weiter in Richtung Ausstieg und profitiert dabei von Boni bzw. Aktionen auf Streckenabschnitten. Falls dir das bis hierhin zu simpel klingt, kann ich das voll verstehen. Wäre nur logisch, denn ich habe ein paar spannendere Details aufgehoben, um sie etwas näher zu erläutern.

Wer zuerst kommt, malt zuerst

Fangen wir damit an, dass es nicht nur auf Streckenabschnitten, sondern auch auf dem Ausstieg Boni gibt. Wer ihn mit einem Wanderer erreicht, darf sich für eine der folgenden drei Aktionen entscheiden:

  1. Einen der drei ausliegenden Parks für einen Besuch reservieren (dieser ist dann nicht mehr für Mitspieler verfügbar). Alternativ kann ein Park zufällig vom Stapel gezogen werden.
  2. Eine der drei ausliegenden Ausrüstungen kaufen
  3. einen der drei ausliegenden Parks besuchen

Aus diesen drei Aktionen darf generell jeder wählen, der den Ausstieg erreicht. Das Besondere hierbei ist nun jedoch, dass nur der jeweils Erste bei Aktion 1 zusätzlich den Startspielermarker und bei Aktion 2 Rabatt auf den Kauf einer Ausrüstungskarte erhält. Hier gilt es also immer abzuwägen: Lohnt es sich schnell zu sein und ggf. Streckenabschnitte zu überspringen, um vom Bonus für den Ersten am Ausstieg zu profitieren?

 

Der Ausstieg in Parks mit Startspielermarker als Bonus für den Ersten Spieler.
Wanderpfad in Parks mit 2 Lagerfeuermarkern.

Pack‘ die Gitarre aus, ich mach ein Lagerfeuer

Den Lagerfeuermarker habe ich eben beim Spielaufbau bereits erwähnt. Stell dir dazu folgende Situation vor: Du bist einen Tag lang über Stock und Stein gewandert. Langsam dämmert es und du findest einen geeigneten Platz zum Rasten. Da sitzt allerdings schon jemand und schaut dich erwartungsvoll an. Jetzt könntest du dich im Dunkeln dazugesellen, um es noch gruseliger zu machen. Du könntest aber auch ein Lagerfeuer entfachen, um es gemütlich-warm für die Nacht zu haben und so das Eis zu brechen.

Ich denke, die Wahl für das Lagerfeuer ist hier die deutlich Angenehmere. Also: Sobald wir einen Streckenabschnitt mit einem anderen Wanderer (auch einem eigenen) betreten, müssen wir unseren Lagerfeuermarker auf die erloschene Seite umdrehen. Ist das nicht möglich, darfst du diesen Abschnitt auch nicht betreten. Nutzt du dein Lagerfeuer, darfst du den Marker erst wieder auf die nutzbare Seite drehen, sobald einer deiner Wanderer den Ausstieg erreicht hat.

Zusätzlich zu den Boni für die Ersten auf dem Ausstieg, kommt durch die Lagerfeuermechanik also etwas Konkurrenzkampf um einzelne Streckenabschnitte hinzu. Viele von ihnen sind nämlich in einigen Situationen offensichtlich wertvoller als andere.

Der Letzte macht das Licht aus

Ein weiterer Faktor, der für mehr Trubel auf unserer Wanderung sorgt: Du möchtest nicht der letzte auf dem Pfad sein. Zumindest nicht unvorbereitet. Denn sobald sich nur noch ein Wanderer auf dem Pfad befindet, wird dieser automatisch nach dem Zug des Vorletzten ans Ende nachgerückt. Du kannst dich dann noch für eine der Ausstiegs-Aktionen entscheiden, bist aber gezwungen von dir noch eventuell geplante Zwischenstopps auszulassen. 

Wir haben hier also fast schon eine Art Wettrennen um die Boni am Ausstieg, etwas Konkurrenzkampf auf einzelnen Abschnitten durch die Sache mit dem Lagerfeuer und die Tatsache, dass sich zu viel Zeit lassen nicht immer von Vorteil ist. Dadurch werden unsere Wanderungen in Parks spannend, oft knifflig und bringen dich nicht selten dazu deinen Weg umdenken zu müssen.

Wanderpfad in Parks mit weißem Wanderer als Letzter auf dem Pfad.

Karten & Aktionen im Detail

Nationalparks – Parks besuchen / reservieren

Neben hübschen Illustrationen und Randinformationen zum jeweiligen Park, zeigen uns die Parkkarten welche Ressourcen wir für einen Besuch auszugeben haben und wie viele Siegpunkte wir dafür erhalten. Im Fall des Yellowstone Nationalparks benötigen wir 3 Wald- und 4 Sonnenmarker. Dafür werden wir mit 5 Siegpunkten belohnt, was den Yellowstone Nationalpark zu einem der wertvollsten Parks im Spiel macht.

Parks kannst du besuchen oder reservieren, indem du die entsprechende Aktion auf dem Streckenabschnitt oder dem Ausstieg ausführst. Besuchst du einen Park, bekommt der Vorrat seine Ressourcen von dir zurück und du darfst den Park in deine Auslage legen. Reservierst du einen, legst du ihn um 90° gedreht in deine Auslage und darfst ihn zu einer späteren Park-Aktion besuchen.

Yellowstone Nationalparkkarte mit Park-Aktionen.
Spielmaterial von Parks: Fotoaktionen, Kameramarker, Vorsätze und Ausrüstungen.

Fotos & Kameramarker

Fotos sind neben Parkbesuchen eine weitere Möglichkeit Siegpunkte zu machen. Und zwar genau einen Siegpunkt pro Foto, das du während deiner Wanderung machst.

Die direkteste Möglichkeit für ein Foto ist der Streckenabschnitt „Aussichtspunkt“, der in jedem Pfad vorhanden ist. Durch die Aktion darfst du 2 beliebige Marker ausgeben, um ein Foto zu knipsen und den Kameramarker zu erhalten. Hättest du den Kameramarker beim Ausführen der Aktion bereits (Spielaufbau oder Aktion vorher benutzt), ist das Fotoshooting für dich um einen Marker vergünstigt. Außerdem darf der Besitzer des Kameramarkers zum Ende einer Jahreszeit für den Preis von einem Marker als einziger ein zusätzliches Foto machen.

Die Fotoschießerei ist nicht nur eine nette Nebenbeschäftigung, sondern kann auch eine valide Strategie sein. Insbesondere wenn du einen passenden Vorsatz parat hast und es hinkriegst, den Kameramarker über eine längere Zeit zu behalten, kann es Sinn machen, hier und da für ein schönes Foto auf einen Parkbesuch zu verzichten. Zusätzlich erlauben dir einige Ausrüstungskarten, auch auf Streckenabschnitten Fotos zu machen, auf denen es ohne Zubehör nicht möglich ist.

Vorsätze & Ausrüstung

Jeder Spieler in Parks startet mit einer von insgesamt 12 unterschiedlichen Zielkarten, die er sich zum Spielaufbau aus zwei zugeteilten aussucht. Alle Vorsätze geben zum Spielende Punkte, je nachdem wie gut du dein Ziel erreicht hast. Dabei beziehen sich die meisten wenig überraschend auf deine besuchten Parks. Beispielsweise die Vorsatzkarte „Jahr der Blätter“, bei der du 6 bzw. 8 Parks mit Waldmarkern in den Kosten besucht haben möchtest.

Die 36 Ausrüstungskarten unterstützen unser Wandervorhaben auf vielfältige Art und Weise. Während wir durch einige Ausrüstungen günstiger Parks besuchen können, sorgen andere beispielsweise dafür, dass wir auf bestimmten Streckenabschnitten andere Marker als angegeben erhalten dürfen. Wieder andere bieten uns die Möglichkeit, auf anderen Streckenabschnitten als dem „Aussichtspunkt“ Fotos zu schießen oder unsere Feldflasche kostenlos aufzufüllen. Bis auf eine, einsame Karte sind Ausrüstungen ausschließlich passive Effekte und werden allesamt mit Sonnenmarkern gekauft. Wie im Foto zu sehen, harmonieren viele der Ausrüstungen praktischerweise auch hervorragend mit den Vorsätzen.

Vorsätz- und Ausrüstungskarten in Parks.
Feldflaschenkarten in Parks

Feldflaschen

Die 15 Feldflaschenkarten erfüllen thematisch gesehen wohl den Zweck, dass wir unseren erschöpften Körper durch einen Schluck Wasser noch ein weiteres mal über den nächsten Hügel oder durch die brütende Mittagshitze schaffen:

Sobald du in deinem Zug Wassermarker erhältst, darfst du ihn auf eine deiner leeren Feldflaschenkarten legen, um im Gegenzug die angezeigte Ressource zu erhalten. Sie können als Aktion auf dem Streckenabschnitt „Aussichtspunkt“ erhalten werden und stehen dir ab dann permanent zur einmaligen Nutzung pro Runde zur Verfügung. Anders als Park- oder Ausrüstungskarten, werden Feldflaschen immer verdeckt gezogen – du kannst sie dir also nicht aussuchen.

Während die meisten Feldflaschen den Effekt bieten, Wassermarker für Wald-, Berg- oder Sonnenmarker zu tauschen, gibt es auch eine mit der wir Wildtiere erhalten oder sogar einen Park reservieren können. Wildtiere hatte ich bisher noch gar nicht speziell erwähnt, daher mache ich es jetzt: Wildtiermarker zählen beim Ausgeben von Markern als Joker-Ressource.

Jahreszeiten

Wie beim Spielaufbau schon erwähnt, wird von den 10 unterschiedlichen Jahreszeitenkarten zum Beginn jeder Runde eine aufgedeckt. Sie ist dann für die gesamte Jahreszeit aktiv und verändert Parks eine Runde lang durch einen passiven Effekt. Hierdurch kann beispielsweise Ausrüstung günstiger werden oder Parkbesuche können bestimmte Marker weniger kosten. Außerdem bestimmen die Jahreszeitenkarten das Wetter für eine Runde und somit die Wettermarker, die auf den Streckenabschnitten erbeutet werden können.

Parks: Sternstunden-Erweiterung

Das ist neu

Der Wanderpfad in Parks mit Sternenstunden-Erweiterung und Zeltplatzaktionen.

Zelte & Zeltplatzaktionen

Zum Aufbau mit Erweiterung wird das Zeltplatztableau zusammen mit drei zufällig ausgewählten Zelt-Aktionsplättchen am Wanderpfad bereitgelegt. Im Spiel zu viert wird die Rückseite des Tableaus verwendet, zu fünft kommt automatisch ein weiteres, festgelegtes Plättchen hinzu. Anschließend werden die gelben Zelte entsprechend der Spieleranzahl auf festgelegten Abschnitten über dem Wanderpfad aufgeschlagen. Anders als die Streckenabschnitte werden die Zeltplätze nicht in jeder Runde neu ausgelegt, sondern umgedreht, wodurch sie in Runde 1+3, sowie 2+4 die jeweils gleichen Aktionen bieten.

Landen wir mit einem Wanderer auf einem Streckenabschnitt mit Zelt, dürfen wir uns entweder regulär für das Abhandeln des Abschnittes entscheiden, oder das Zelt auf eine beliebige, noch freie Zeltplatzaktion stellen und stattdessen diese ausführen. Hier gilt also: entweder / oder. Zusätzlich ist auf dem Zeltplatztableau selbst noch eine Aktion, mit der wir neue Zielkarten erhalten können. Während sich die Effekte der Zelt-Aktionsplättchen in jeder Jahreszeit durch Umdrehen ändern, ist das Tableau immer verfügbar, kann aber ebenfalls nur verwendet werden, solang noch ein Zeltplatz vorhanden ist.

Die Aktionen sind alle komplett neu und bieten alles, was das Wandererherz begehrt: Beispielsweise können wir hier zu einem ziemlich guten Kurs Wasser- oder Sonnenmarker gegen Wildtiere tauschen, weitere Fotos knipsen, neue Feldflaschen erhalten bzw. vorhandene leeren oder Ausrüstungs- und Zielkarten tauschen.

Vorsätze

Mit Sternstunden werden die bisherigen Zielkarten durch 26 neue Vorsätze komplett ersetzt. Grund dafür ist die Anpassung der Funktionsweise: Während wir bisher darauf bedacht waren, unser Ziel möglichst gut zu erfüllen, geht es in der Erweiterung darum, unser Ziel möglichst oft zu erfüllen. So erhalten wir jetzt beispielsweise zwei Siegpunkte pro 3 besuchte Wald-Parks oder einen Siegpunkt für je 4 gemachte Fotos. Das ist eine Neuerung, die mir ziemlich gut gefällt, da die bisherigen Zielkarten durch die maximal drei Siegpunkte für mich eher die Funktion eines Wegweisers erfüllten – was nicht schlimm ist. Jedoch sind sie jetzt zusätzlich eben auch ernstzunehmende Punkteerzeuger.

Neue Vorsatzkarten aus der Sternenstunden-Erweiterung von Parks

Parks

Wer Ahnung hat, wird wissen, dass mit den 48 Parkkarten aus dem Grundspiel nicht alle Nationalparks enthalten sein können. Mit den 24 neuen Parkkarten die uns Sternstunden liefert, ist die Sammlung also komplett. Zumindest war sie es, bis New River Gorge erst kürzlich als 63. Nationalpark der USA benannt worden ist. Irgendwie schlechtes Timing. Vielleicht reicht das aber als Grund um jetzt schon an einem weiteren Add-On zu arbeiten…? Übrigens, die meisten Nationalparks befinden sich im Bundesstaat Kalifornien. Gefolgt von Alaska und Utah. Aber ich schweife gerade ab. Verzeihung.

Die neuen Parks kommen jedenfalls mit neuen Soforteffekten, die ausgeführt werden, sobald wir einen besuchen. Hier gibt es z.B. zusätzliche Ressourcen, neue Ausrüstung oder eine Bonusaktion. Neu ist außerdem, dass viele der Parks jetzt zum Teil mit beliebigen Markern bezahlt werden können. Das klingt zunächst sehr hilfreich, kann aber interessanterweise dazu führen, dass du mehr für einen Park bezahlst als er eigentlich wert ist. Was ich damit meine, laber ich im folgenden Reiter recht trocken runter. Daher optional.

Ressourcen- und Siegpunktwerte auf Parks

Wenn man sich alle Parks aus dem Hauptspiel anschaut, stellt man fest, dass hier der Wert von Ressourcenmarkern ganz einfach zu erkennen ist: Während Wald- und Bergmarker umgerechnet einen Siegpunkt wert sind, haben Wasser- und Sonnenmarker den Wert von 0,5. Der Yosemite-Nationalpark kostet bspw. 2 Wasser- und 3 Waldmarker für 4 Siegpunkte. Das ist bei allen Parks aus dem Hauptspiel so. Ohne Ausnahme. Und das ist auch logisch – Wasser- und Sonnenmarker sind deutlich leichter und häufiger zu bekommen als Wald- oder Bergmarker.

Das spielt jetzt für Sternenstunden insofern eine Rolle, dass du beispielsweise für den Arches National Park, der jeweils einen Berg- und Sonnenmarker zzgl. 4 beliebige Ressourcen kostet, auch insgesamt 5 Bergmarker + einen Sonnenmarker ausgeben könntest. Das wären demnach 5 Siegpunkte für einen Park der nur 3 Siegpunkte gibt. Klar, hier gibt es eine Sofortaktion dazu und in dem Fall sogar eine neue Vorsatzkarte. Allerdings könntest du für die beliebigen Ressourcen auch 4 Wassermarker ausgeben, wodurch du ihn zu einem angenehmeren Preis erhältst.

Mein Fazit zu Parks

Spielmaterial & Design

Parks ist ein insgesamt sehr schönes Brettspiel mit spürbar hochwertigem Material und konnte meinen Eindrücken, die ich seit Start der Kickstarter-Kampagne sammeln konnte, mehr als gerecht werden. Lediglich für die Fotomarker hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Genügend Motivation Fotos zu sammeln ist durch Vorsätze und Siegpunkte ja vorhanden, jedoch macht es nicht im Ansatz so viel Freude sich ein Foto zu nehmen wie einen Park zu besuchen. Ich meine, klar. Das Spiel heißt PARKS und nicht FOTOS. Dennoch hinken die kleinen Pappmarker im Vergleich zum restlichen Design sehr hinterher. Kleine Karten in Vintage-Polaroid-Optik wären vielleicht eine Option gewesen.

Zusätzlich möchte ich an dieser Stelle auch nochmal den vorübergehend unangenehmen Geruch der Holzmarker erwähnen. Mir ist klar, dass man hier irgendwo Abstriche machen muss. Entweder sie sehen gut aus und riechen eingangs ein wenig, oder sie sind halt unlackiert und einfarbig. Daher: Kein Kritikpunkt an dieser Stelle. Die Sternstunden-Erweiterung steht dem Grundspiel in nichts nach: Von Schachtel über Parkkarten bis Meeple hat das Spielmaterial gewohnte Qualität und kann sich erneut sehr sehen lassen.

Spielgeschehen

Neben seiner Optik glänzt Parks mit einer geringen Einstiegshürde und dennoch überraschend hohen taktischen Tiefe. Besonders fasziniert mich, dass obwohl hier aus rein mechanischer Sicht oberflächlich gar nicht so viel passiert, Parks weder zu simpel noch eintönig ist. Im Prinzip besteht dein Zug erstmal darin, dass du mit deinem Wanderer ein Stück vorangehst. Thats it. Dadurch ist der Spielablauf schnell verinnerlicht und geht leicht von der Hand. Durch den modularen Wanderpfad mit unterschiedlichen Streckenabschnitten, Faktoren wie der Sache mit dem Lagerfeuer und der Vielfalt an Park-, Ziel- und Ausrüstungskarten bietet Parks jedoch genügend Abwechslung und Spielraum für Taktiker. Das wird dann noch durch die Sternstunden-Erweiterung intensiviert: Mit den Zeltplatzaktionen gibt es nun mehr mögliche Aktionen und die Soforteffekte auf den neuen Parkkarten lassen kleine, aber effektive Kombinationen zu.

Optionale Regeln in Sternstunden

Mein einziger Kritikpunkt zur Sternstunden-Erweiterung gilt der optionalen Regel, durch die wir für eine aktionsreichere Variante die 24 neuen Parkkarten mit 24 zufälligen aus dem Hauptspiel verwenden sollen. Ich habe vorhin schon erwähnt, dass ich die Parkkarten hinsichtlich Ressourcen- und Siegpunktwerte sehr genau unter die Lupe genommen habe. Dadurch ist mir aufgefallen, dass alle Marker identisch oft und in ähnlicher Verteilung auf den Parkkarten vertreten sind. Was auch Sinn macht. Sobald du jetzt hier 24 zufällige nimmst, kann es gut passieren, dass die Verteilung nicht mehr im Gleichgewicht ist und eine Ressource überproportional selten oder oft im Stapel vorkommt. Und wenn davon Zielkarten abhängig sind, wie z.B. bestimmte Anzahl an Waldmarkern auf besuchten Parks, sind die hierdurch unterschiedlich gewichtet. Auch wenn wir hier von einer optionalen Regel sprechen, ist das für mich ein Fauxpas im Gamedesign der die Balance stören kann. Es wäre echt nicht so schwer gewesen hier einfach 24 bestimmte Parks vorzuschlagen, mit denen das nicht passiert. Lösung hierfür ist aber glücklicherweise ganz einfach: Lass die optionale Regel raus.

Empfehlung

Zusammengefasst würde ich sagen, dass Parks dank seiner Zugänglichkeit als Familienspiel sehr gut funktioniert. Gleichermaßen ist es aber durch Freiraum für eine strategische Vorgehensweise auch für erfahrenere Brettspielgruppen bestens geeignet. Vor allem mit Sternstunden-Erweiterung. Zwar ist Parks kein knallhartes Eurogame. Dennoch denke ich, dass erfahrenere Brettspieler mit einem Gespür für Punktegeneratoren, Timing und einem absolvierten Kurs in Ressourcenmanagement für Fortgeschrittene, Spielern mit einer eher intuitiven und spontanen Spielweise im Vorteil sind. Es passt hervorragend zu allen Gruppen – solange alle Spieler in etwa auf demselben Level sind.

Gelegenheitsspielern würde ich an dieser Stelle eher empfehlen, erstmal mit dem Grundspiel loszulegen und die Erweiterung bei Bedarf an mehr Möglichkeiten hinten dranzuhängen. So ist ein schneller und unkomplizierter Einstieg in Parks garantiert. Erfahrenere Brettspieler, die allgemein in die strategische Richtung tendieren machen Nichts falsch, wenn sie hier sofort „All-In“ gehen.

Danke!

Zum Schluss nochmal ein persönliches Danke fürs Lesen an dich – du bist Klasse! Wenn dir mein Review gefallen hat, du Fragen oder Einwände hast, hinterlass mir doch gerne einen Kommentar.

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