Carnival of Monsters – Brettspiel-Review

Carnival of Monsters – Brettspiel-Review

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Du betrittst einen großen, prunkvollen Saal und nimmst an einem langen Tisch gegenüber einer imposant gekleideten Dame Platz. In der Luft hängt ein süßlich-hölzerner Duft, der gelegentlich von Zigarrenrauch unterbrochen wird. Die Gespräche unter den Gästen des exquisiten Banketts verstummen, als ein Mann in adligem Gewand die Manege betritt.

„Willkommen! Liebe Gäste, Monster-Experten und Anwärter, zum diesjährigen Carnival of Monsters! Alljährlich erlauben wir, die königliche monstrologische Gesellschaft, einem einzigen Anwärter den Beitritt. Wer uns die exotischsten, gefährlichsten und außergewöhnlichsten Kreaturen präsentiert, wird in den Kreis renommierter Monster-Experten aufgenommen“. Die Assistentin des Direktors zieht einen schweren Vorhang von einem großen Käfig herunter und enthüllt damit eine prächtige Kreatur. „Ein Greif aus den Wolkenlanden, meine Damen und Herren!“ Die Menge applaudiert und jubelt, während der Direktor die diesjährigen Anwärter in die Manege bittet. „Beeindruckend, nicht wahr?“, ruft der Direktor. „Aber lasst uns mit dem Carnival of Monsters beginnen und sehen, ob unsere Kandidaten in diesem Jahr mehr zu bieten haben als das!“. Bist du bereit, für die Jagd?

Details

Carnival of Monsters ist ein Brettspiel von niemand geringerem als Richard Garfield, der mit Magic: The Gathering das erste Trading Card Game erfunden hat. Und wer Magic kennt, wird merken, dass Carnival of Monsters einige Parallelen aufweist. Seit letztem Jahr hierzulande über Amigo Spiele erhältlich, handelt es sich bei diesem Brettspiel um ein Card-Drafting-Game mit Set-Collection, bei dem wir über 4 Jagdsaisons die wertvollsten Monster für unsere Sammlung ergattern. Dabei stammen die Monster aus insgesamt 6 unterschiedlichen, magischen Welten: Wäldern, Höhlen, Wolken- und Dunkellande sowie der Tiefsee. (Na, merkst du was?) On top gibt es noch die Traumlande dazu, wo es dann die Art von Monster zu finden gibt, die du dir nicht mal im Traum ausmalen könntest.

ERSTEINDRUCK UND SPIELMATERIAL

Spielmaterial von Carnival of Monsters

Carnival of Monsters kam bei mir zum ersten mal auf den Schirm, als ich auf Youtube die Vorstellung des Prototypen gesehen habe. Ich fand es gleich interessant, habe es dann aber einige Zeit nicht weiterverfolgt, bis ich es dann beim offline Brettspiel-Dealer meines Vertrauens wiederentdeckt habe. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich viel über dieses Spiel schon wieder vergessen, konnte mich aber an das Video erinnern und wusste, dass es mir gefallen hatte. Design der Schachtel, Beschreibungstext und Richard Garfield als Autor haben mich dann letztendlich zum Kauf überzeugt. Mit seinen über 200 Karten, davon 78 mehr oder weniger unterschiedlichen Monsterkarten, einer Vielzahl von Event-, Ziel- und Mitarbeiterkarten sowie 108 Geldmarker (die es erfahrungsgemäß gar nicht so ausufernd bräuchte), bietet Carnival of Monsters jede Menge, schön gestaltetes Spielmaterial.

Erwähnenswert bei den Monsterkarten: Es gibt an der Zahl 14 Karten pro Welt (außer Traumlande, dort sind es 8), dabei immer eine Monsterkarte 4x und 2 jeweils 2x. Toll finde ich, dass man sich bei den Monsterkarten die es mehrmals gibt, die Mühe gemacht hat sie unterschiedlich zu gestalten. Auch wenn die Unterschiede eher marginal sind. Beispielsweise eine andere Haltung oder Farbe des Monsters. Etwas schade ist dann wiederum, dass diese Individualität im Design bei den Länder-Karten nicht vorhanden ist. Hier gibt es ebenfalls 15 Länder pro Region, wovon 10 aber absolut identisch sind.

SO WIRD CARNIVAL OF MONSTERS GESPIELT

Spielaufbau von Carnival of Monsters für 3 Spieler. Mit Carnivalkarten-Stapel, Saison-Karten, Jägerwürfeln, Jägermarkern, Kredit-Karten und Kronen-Marker sowie jeweils 2 Startländer für jeden Spieler.

SPIELVORBEREITUNG

Zum Spielaufbau werden alle unterschiedlichen Kartentypen, bis auf die mit roter Rückseite, gut gemischt und zusammen mit Markern und den 3 „königlichen Jägerwürfeln“ auf dem Spielbrett platziert. Die roten Kredit-Karten werden nach „Kleinkredit“ und „konsolidierter Kredit“ sortiert und landen aufgedeckt auf jeweils eines der roten Felder. Anschließend erhält jeder angehende Monster-Experte sein Spieler-Tableau, 4 Kronen (Währung) zum Start und 2 verdeckte Startländer aus dem grauen Stapel.

SPIELABLAUF

PHASE 1: SAISON BESTIMMEN

Für jede der 4 Saisons wünscht sich die königliche monstrologische Gesellschaft Monster aus einer bestimmten Region. Zum Beginn jeder Runde wird die Saison durch aufdecken der Saisonkarte (Karte mit Kompass) festgelegt. In unserem Beispiel haben diese Runde Wald-Monster Saison. Das bedeutet, dass jeder Spieler 2 Kronen erhält, sobald er seine erste Bestie aus den verwunschenen Wäldern ins Spiel bringt. Zusätzlich erhält der Monster-Jäger, der am Ende der Saison die meisten Siegpunkte auf Wald-Monstern hat, die Saisonkarte selbst als Trophäe. Diese gibt 3 Siegpunkte on Top zum Ende der Partie.

Carnivalkarten-Stapel in Carnival of Monsters

PHASE 2: CARNIVALKARTEN SPIELEN

Der mit über 200 Karten große Carnivalkarten-Stapel bildet das Herzstück des Spiels, den Nachziehstapel. Darin befinden sich alle Monster-, Länder-, Mitarbeiter- und Event-Karten sowie Karten für geheime Ziele. Hiervon zieht sich zum Beginn jeder Saison jeder Spieler 8 Karten auf die Hand, wovon er eine behält, sie verdeckt auf sein Tableau legt und den Rest verdeckt an den nächsten Spieler weitergibt. Die weitergegebenen Karten werden dazu auf ein dafür vorgesehenes Feld links oder rechts auf dem Tableau des nächsten Spielers gelegt. Links oder rechts, da die Handkarten in Carnival of Monsters pro Saison abwechselnd im und gegen den Uhrzeigersinn weitergegeben werden.

Anschließend wählen alle gleichzeitig aus zwei Möglichkeiten:

8 Karten zum Start in Carnival Of Monsters

KARTE AUSSPIELEN

Die behaltene Karte wird gleich ausgespielt. Für Monster- und Mitarbeiterkarten müssen die Kosten sofort bezahlt werden (Monster = Landpunkte, Mitarbeiter = Kronen). Eventkarten sind kostenlos und werden einfach abgehandelt, während geheime Ziele, natürlich verdeckt, im Menagerie-Stapel auf dem Tableau landen.

Beispiel-Bild: Die Dryade könnte in der ersten Runde mit unserem Wald als Startland sofort ausgespielt werden.

KARTEN AUFBEWAHREN

Für 1 Krone können Karten für später aufbewahrt werden. Das macht für Monster Sinn, deren Kosten aktuell noch nicht bezahlt werden können. Diese Karte landet dann verdeckt auf dem Aufbewahrungsstapel auf dem Tableau. Aufbewahrte Karten können jederzeit angeschaut und in Phase 2 für die Kosten gespielt werden.

Kann ein Spieler seine erbeutete Karte aus Kostengründen weder ausspielen noch aufbewahren, muss er einen Kredit aufnehmen. Dieser gibt 3 Kronen, aber auch Minuspunkte zum Schluss der Partie.

Das Besondere an diesem Drafting-Mechanismus ist, dass sich keine Starthand zusammengezogen wird, sondern sich jeder eine Karte auswählt, den Rest weitergibt und dann ausspielt. Und das wiederholt sich, bis alle der 8 zum Beginn gezogenen Karten weg sind. Man könnte also sagen, dass sich die Spieler im Prinzip eine Hand teilen. Zudem ist das Ganze noch mit einer Währung verbunden. Eine Währung, die zum Schluss auch Siegpunkte gibt. Kannst du mit einer erbeuteten Karte nichts anfangen, bist du gezwungen sie für 1 Krone aufzubewahren.

Nachdem jeder seine Karte ausgespielt oder aufbewahrt hat, wiederholt sich diese Phase, bis alle übrigen Karten rumgegangen und genutzt worden sind.


Weiter mit Kartentypen:

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