KATEGORIEN

Abenteuer / Story Familienspiel Eurogame & American Style Game Geschicklichkeit Kartenspiel Kenner- & Expertenspiel Legacy Partyspiel Strategiespiel Social Deduction Survival Würfelspiel

ABENTEUER UND STORY

Story- und Abenteuer-Spiele sind Brettspiele, bei denen die erlebte Geschichte besonders ausgearbeitet ist und im Vordergrund steht. Oftmals wird die Story dabei anhand von Storybüchern erzählt, welches chronologisch durchgespielt wird oder nach festgelegten Ereignissen im Spiel nur bestimmte Passagen erzählt. In anderen Fällen wird das Abenteuer durch Storylines auf Karten geleitet. Abenteuer- und Storyspiele zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass die Spieler gezwungen sind Entscheidungen zu treffen, die mehr oder weniger stark das Schicksal der Gruppe und den weiteren Verlauf des Abenteuers beeinflussen.

Beispiele: This War of Mine, T.I.M.E Stories, Herr der Träume, Gloomhaven, 7th Continent, Comanauts, Aftermath

FAMILIENSPIELE

Familienspiele sind grundsätzlich Spiele, die sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen gut spielbar sind, da sie allgemein leicht verständliche Regeln besitzen, dabei aber oftmals genug taktischen bzw. strategischen Spielraum für erfahrenere Spieler bieten. Durch Zufallsfaktoren soll darüber hinaus für Chancengleichheit gesorgt werden. Themen wie Krieg, Gewalt und erotische Inhalte werden vermieden. Familienspiele sind zudem sehr gut mit Menschen spielbar, die selten oder gar keine Brettspiele spielen.

Beispiele: Quacksalber von Quedlinburg, Reef, Azul, Copenhagen, Unearth, Cities: Skylines – Das Brettspiel, Mysterium, Carcassonne

EUROGAME & AMERICAN STYLE GAME

Eurogames sind in erster Linie Strategiespiele, die sich durch Fokus auf Planbarkeit und wenig bis keine Zufallsfaktoren auszeichnen. In der Regel wird der Sieger in einem Eurogame durch Siegpunkte bestimmt, die es oft durch zahlreiche Möglichkeiten zu erhalten gibt. Zwischen Spielern herrscht überwiegend ein passiver Wettbewerb statt direkter Konflikte. Themen sind dabei häufig Wirtschaft und Handel, weshalb ich sie kurz und knapp als ökonomisches Wettrennen bezeichnen würde.

Beispiele: Great Western Trail, Tzolkin, Crystal Palace, Concordia, BRASS

American Style Games (häufig auch Ameritrash, Amitrash, Ami-Game oder Amistyle-Game) sind Brettspiele, bei denen das Thema stark ausgearbeitet ist und in den meisten Fällen im Vordergrund steht. Nicht selten wird es dabei auch narrativ per begleitendem Storybuch oder Textpassagen auf Karten erzählt. Allgemein könnte man sagen, dass der Verlauf dieser Spiele häufig vom Würfelglück abhängig ist, wobei in dieser Kategorie auch Spiele mit weniger Glücksfaktoren vertreten sind. Auch die Interaktion zwischen Spielern ist bei American Style Games stärker vertreten als in Eurogames. Viele dieser Bretttspiele beschreibe ich gern als „Survival“-Spiele (unten näher erläutert).

Beispiele: Nemisis, Monster Slaughter, Cthulhu: Death may die, Zombicide, Herr der Träume, Aftermath,Star Wars Outer Rim

GESCHICKLICHKEITSSPIELE

Bei Geschicklichkeitsspielen geht es darum besonders viel Feingefühl zu beweisen. In vielen Fällen wird ein Konstrukt errichtet oder abgebaut, was in der Regel schwieriger wird, je weiter man dabei kommt. In anderen Spielen geht es beispielsweise darum, einen Würfel oder ein Spielteil eine bestimmte Distanz weit zu würfeln oder zu schnippsen. Nicht selten, handeln die Spieler in Geschicklichkeitsspielen unter Zeitdruck. Bekannte Klassiker sind unter anderem Mikado oder Jenga.

Beispiele: Meeple Circus, Junk Art, Tokyo Highway, Dungeon Fighter, Men at Work

KARTEN- & WÜRFELSPIELE

Karten- und Würfelspiele sind Spiele, deren Grundmechanik im kartenspielen oder dem würfeln von Würfeln liegt. Bekannte Klassiker für Kartenspiele sind UNO oder Mau-Mau, während Kniffel stellvertretend für Würfelspiele steht. Ein Merkmal für Würfelspiele ist, dass sie je nach Art des Einsatzes der Würfel mehr oder weniger glücksbasiert sind.

Moderne Beispiele (Kartenspiele): PUSH, Frantic, Die Crew, Hanabi, Love Letter, Fantasy Realms, The Mind, Sushi Go
Moderne Beispiele (Würfelspiele): Sagrada, Ganz schön clever, King of Tokyo, Dice Hospital, Roll for the Galaxy, Tavernen im tiefen Thal

KENNER- & EXPERTENSPIELE

In erster Linie würde ich die Begriffe Kenner- und Expertenspiel als Richtwert bezeichnen, der festlegt für wen ein Brettspiel geeignet ist. Dabei muss es gerade an der Grenze von Familienspiel zu Kennerspiel nicht zwangsweise um die Komplexität gehen. Ein Kennerspiel kann zum Beispiel auch dann kein Familienspiel mehr sein, wenn es aufgrund des Themas für Kinder ungeeignet ist. Meist werden diese Begriffe aber verwendet, um den Schwierigkeitsgrad und die Zugänglichkeit eines Brettspiels subjektiv einzuschätzen. Mit subjektiv meine ich, dass ein Spiel, das an einer Stelle als Kennerspiel bezeichnet wird, für einen erfahreneren Brettspieler als Familienspiel eingestuft werden könnte. Gerade da nicht genau definiert ist, wann ein Brettspiel Familien-, Kenner- oder Expertenspiel ist, ist es eben in den meisten Fällen eine gefühlte Richtung für den Grad an Komplexität.

Ich würde ein Kennerspiel als Spiel beschreiben, dass sich nicht mehr gut und chancengleich mit Gelegenheitsspielern oder Neulingen im Bereich Brettspiele spielen lässt. Bei einem Expertenspiel sollte ein umfangreiches Strategiespiel erwartet werden, das wahrscheinlich über 2 Stunden Spielzeit hinausgeht.

LEGACY-SPIELE

Legacy-Spiele, oder Kampagnen-Spiele sind Brettspiele bei denen wie bei Abenteuer- oder Storyspielen häufig ein narratives Erlebnis im Vordergrund steht. Besonderheit ist jedoch, dass sich hierbei nicht nur die Geschichte nach und nach aufbaut, sondern auch Spielmaterial verändert, entfernt und hinzugefügt wird. In manchen Fällen wird auch Spielmaterial zerstört oder so stark verändert, beispielsweise durch bemalen oder einreißen, dass es nach dem ersten durchspielen nicht mehr brauchbar ist. Die Absicht von Legacy-Spielen ist meist ein einmaliges, einzigartiges Erlebnis, das sich über einen langen Zeitraum erstrecken kann.

Beispiele: Pandemic Legacy, Charterstone, Risiko Evolution, Clank! Legacy: Acquisitions Incorporated

PARTYSPIELE

Partyspiele zeichnen sich durch besonders wenig bzw. leichte Regeln aus, wodurch keine fortgeschrittenen Brettspiel-Kenntnisse nötig sind. Zudem sind sie meist schnell gespielt und stellen das Miteinanderspielen sowie oftmals soziale Interaktion in den Vordergrund. Vertreter dieses Genres bedienen sich an keinerlei komplexeren Spielmechaniken und sind häufig Rate-, Quiz-, Karten-, Wort- oder ggf. Trinkspiele. Außerdem lassen sie sich häufig in Teams und insgesamt mit mehr Spielern als in anderen Brettspielen spielen.

Beispiele: Activity, Cards against humanity, Codenames, Concept, Pass the bomb, Tabu, Werwörter, Werwölfe: Vollmondnacht, When I Dream

STRATEGIESPIELE

Strategiespiele zeichnen sich durch erwachsene Themen, komplexe, umfangreiche Regeln und vielen Möglichkeiten aus, die meist zu direkten oder indirekten Konflikten mit Mitspielern führen können. Generell ist sorgfältiges Planen und strategisches Vorgehen von Vorteil, während willkürliche und spontane Handlungen aufgrund des meist geringen Glücksfaktors, seltener zum Erfolg führen. Die genannten Merkmale sowie eine allgemein längere Spieldauer, machen Strategiespiele zum direkten Gegenteil eines Familienspiels.

Beispiele: Rising Sun, Terraforming Mars, Great Western Trail, Scythe, Blood Rage, BRASS, Lords of Hellas, Concordia

SOCIAL DEDUCTION

Bei Social Deduction / Deduktions-Spielen erhält jeder Spieler eine geheime Rolle zugelost, entsprechend derer er sich verhält und spielt. Es geht darum, Aktionen und Verhalten der Mitspieler zu lesen und die jeweilige Rolle abzuleiten um herauszufinden, welches Ziel sie verfolgen. In den meisten Fällen spielen dabei zwei oder mehr Teams gegeneinander, wobei die Spieler zunächst nicht immer wissen, für welches Team Mitspieler agieren. Wichtige Bestandteile von Social Deduction Spielen sind diskutieren, bluffen und lügen. Gewissermaßen wird eine Rolle verkörpert und dementsprechend auch geschauspielert.

Beispiele: Werwölfe: Vollmondnacht, Secret Hitler, Human Punishment, When I Dream, Deception: Murder in Hong Kong

SURVIVAL

Bei der Kategorie Survival-Spiele bin ich mir nicht sicher, ob sie etabliert ist. Allerdings bin ich der Meinung, dass meine Beispiele hierfür perfekt so umschrieben werden können. Daher, kleine Vorwarnung: benutzt du diesen Begriff, wird man vielleicht nicht ganz wissen, was für eine Art Spiel du damit genau meinst. Allgemein werden diese Spiele meist als „Ko-op“ oder „Ameritrash“ bzw. „American Style Game“ bezeichnet.

Als Survival-Spiele beschreibe ich Brettspiele, die meist kooperativ oder semi-kooperativ gegen eine KI gespielt werden. Dabei ist der Schwierigkeitsgrad hoch bis teilweise scheinbar unfair, wodurch beklemmende Situationen geschaffen werden. Mit knappen Ressourcen und eintretenden Ereignissen, die die Gruppe meist stark bis verheerend treffen können, geht es darum, unter schwierigen Bedingungen ein Szenario zu überleben und ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Das Szenario ist dabei meistens ein erwachsenes Horror-Thema.

Beispiele: Winter der Toten, Nemisis, This War of Mine, Zombicide, Outlive, Eldritch Horror, Cthulhu: Death may die, Villen des Wahnsinns